Tropenhygiene, mit specieller berücksichtigung der deutschen kolonien. Ärztliche ratschläge für kolonialbeamte, offiziere, missionare, expeditionsführer, pflanzer und faktoristen. Zwanzig vorträge, gehalten am Seminar für orientalische sprachen, winter-semester 1900/1901 / von professor dr. Friedrich Plehn ... Mit 5 tafeln und 5 abbildungen im text.
- Date:
- 1902
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Credit: Tropenhygiene, mit specieller berücksichtigung der deutschen kolonien. Ärztliche ratschläge für kolonialbeamte, offiziere, missionare, expeditionsführer, pflanzer und faktoristen. Zwanzig vorträge, gehalten am Seminar für orientalische sprachen, winter-semester 1900/1901 / von professor dr. Friedrich Plehn ... Mit 5 tafeln und 5 abbildungen im text. Source: Wellcome Collection.
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![drohenden Krankheiten hat, sowie von der Art, wie ei* sein Leben unter den fremdartigen Verhältnissen am besten einrichtet, um gesund zu bleiben. l)er Kolonist draufsen, sei er Militär, lieamter, Missionar, Pflanzer, Expe- ditionsmitgliedoder Faktorist, ist eben aurserordentlich häufig darauf angewiesen, seine hygienischen Mafsregeln zu treffen und seine Krankheiten zu behandeln^ ohne dafs es ihm mög- lich ist, einen Arzt zu Kate zu ziehen. Die Zahl der in den Kolonien zur Verfügung stehenden Arzte ist natur- gemäfs klein, für Privatärzte bietet sich einstweilen noch kein Feld der Thätigkeit, nur ganz vereinzelt ist eine gröfsere Gesellschaft oder eine Mission in der Lage, sich ihren eigenen Arzt zu halten. Die überwiegende Zahl der Militärärzte wird naturgemäfs in erster Linie nach dem jeweiligen politischen Bedürfnis, mit der Truppe, vielfach auf kleinen unsicheren Stationen des Inneren verwendet, deren Umgebung für die dauernde Niederlassung einer gröfseren Zahl von Europäern noch nicht in Betracht kommt; die wenigen Gouvernements- resp. Regierungsärzte sind, solange die ihnen unterstellten Hospitäler Schwer- kranke enthalten, was an unsern malariaverseuchten Küsten ziemlich zu jeder Zeit der Fall ist, nur in beschränktem Mafs zu Krankenbesuchen in weiterer Entfernung von ihrer Station abkömmlich und andererseits ist der Trans- port von Schwerkranken bei der Länge und Beschaffen- heit der Wege vielfach mit beträchtlicher Gefahr ver- bunden. Einer wesentlichen Vermehrung der Arztstellen aber steht die grofse Zersplitterung der europäischen Be- völkerung über die ausgedehnten Gebiete der Kolonien entgegen. Giebt es doch in Kamerun nur 12, in Togo nur 2, in Deutsch-Neu-Guinea nur einen Platz, an dem melir als 10 Europäer ansässig sind. Brauchbare „Ratgeber' für I.aien zur Verhütung und Behandlung der vorkommenden Krankheiten, welche dem heutigen Standpunkt unserer Wissenschaft entsprechen, giebt es in deutscher Sprache zur Zeit nicht. Die kleinen ihrerzeit genügenden Bücher von Falkenstein und Fisch, sowie das mit s])ezieller Be- rücksichtigung ostafrikanischer Verhältnisse verfasste Werk- chen des leider zu früh im Dienst seiner Sache verstorbenen Oberstabsarztes Prof. Dr. Kohl stock sind durch die neueren Forschungen überholt, sie widersprechen sich in mehr als einem Punkt und tragen im ^Trein mit anderer reich-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2198847x_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


