Tropenhygiene, mit specieller berücksichtigung der deutschen kolonien. Ärztliche ratschläge für kolonialbeamte, offiziere, missionare, expeditionsführer, pflanzer und faktoristen. Zwanzig vorträge, gehalten am Seminar für orientalische sprachen, winter-semester 1900/1901 / von professor dr. Friedrich Plehn ... Mit 5 tafeln und 5 abbildungen im text.
- Date:
- 1902
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Credit: Tropenhygiene, mit specieller berücksichtigung der deutschen kolonien. Ärztliche ratschläge für kolonialbeamte, offiziere, missionare, expeditionsführer, pflanzer und faktoristen. Zwanzig vorträge, gehalten am Seminar für orientalische sprachen, winter-semester 1900/1901 / von professor dr. Friedrich Plehn ... Mit 5 tafeln und 5 abbildungen im text. Source: Wellcome Collection.
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![i Hreiten, daTs alle Witterungsersclieinungen aiifserordentlicli gleichmälsig verlauten und dals ein 'wesentlicher Temperatur- unterschied zwischen den Jahreszeiten nicht existiert. An die Stelle derselben tritt der Wechsel zwischen Itegenzeit und 'I rockenzeit. Die Luftfeuchtigkeit ist im allgemeinen hoch und demgemäfs Bewölkung und Niederschläge be- deutend. Ich mufszum Verständnis mancher später zu bes])rechen- den Krankheitserscheinungen auf die kurz angedeuteten Faktoren im folgenden noch etwas spezieller eingehen. Die Quelle aller Wärme auf der Erde ist, wie Sie ja wissen, die Sonne. Die Intensität der Sonnenstrahlung ist um so gröfser, je steiler der Winkel ist, in welchem die Strahlen aulfallen. Das liegt wie sie sich jeder Zeit an einer einfachen Zeichnung veranschaulichen können, ein- mal daran, dafs das gleiche Quantum von Strahlen auf eine um so kleinere Fläche fällt, je steiler der Einfalls- winkel ist, die gleiche Fääche also entsprechend stärker von der Sonne bestrahlt wird. Der zweite Grund ist der, dass, je steiler die Sonnenstrahlen auf die Erdoberliäche auffallen, um so kürzer der Weg ist, welchen sie durch die Erdatmosphäre zurückzu- legen haben; in letzterer aber wird ein Teil dersel- ben absorbiert und zurück- behalten. Die Weglänge, welche die Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre zurückzulegen haben, beträgt bei einem Sonnenstand von 10^ über dem Horizont 5,7 mal so viel als beim Zenithstand derselben. Die Wärmemenge, welche einer horizontalen Fläche von der Sonne zugeführt wird, ist bei Zenithstand 15—17 mal so grofs als bei einem Sonnen- stand von 10 ^ über dem Florizont. Dementsprechend ist die Sonnenstrahlung in den Tropen viel bedeutender als in unseren gemäfsigten Breiten. Am geschwärzten Thermo- meter im luftleeren Raum bestimmt, betrug sie meiner Zeit in Kamerun bis gegen 70®. Diese strahlende Wärme teilt sich in erster Linie dem Erdboden mit und wo der- selbe wie z. B. trockener Sand ein schlechter Wärmeleiter Fig. 1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2198847x_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


