Tropenhygiene, mit specieller berücksichtigung der deutschen kolonien. Ärztliche ratschläge für kolonialbeamte, offiziere, missionare, expeditionsführer, pflanzer und faktoristen. Zwanzig vorträge, gehalten am Seminar für orientalische sprachen, winter-semester 1900/1901 / von professor dr. Friedrich Plehn ... Mit 5 tafeln und 5 abbildungen im text.
- Date:
- 1902
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Credit: Tropenhygiene, mit specieller berücksichtigung der deutschen kolonien. Ärztliche ratschläge für kolonialbeamte, offiziere, missionare, expeditionsführer, pflanzer und faktoristen. Zwanzig vorträge, gehalten am Seminar für orientalische sprachen, winter-semester 1900/1901 / von professor dr. Friedrich Plehn ... Mit 5 tafeln und 5 abbildungen im text. Source: Wellcome Collection.
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![im Verlauf von 24 Stunden an jeder Küste ab und izeben zum Entstehen der regelmäfsig wechselnden J.and- und Seewinde Anlafs, welche für das Befinden der Euro- päer in den Tropen von beträchtlicher Bedeutung sind, 'l'ag über saugt das stärker erwärmte Land von der kühleren See die Luft als ;,Seebrise‘'^ an; nachts kühlt das Land sich stärker ab als die See und es kommt demgemäfs aus dem gleichen Grunde die entgegengesetzte Luftströmung, der Landwind zu stände. Die Zeit zwischen dem Einschlafen der Landbrise und dem Aufkommen des Seewinds, die Zeit der Windstille in den späteren Vormittagsstunden, ist in vielen Gegenden der Tropen die unerträglichste des d'ages und steht deshalb vielfach in dem Ruf, auch die heifseste zu sein, was nicht richtig ist. Die höchste Tem- ])eratur beobachten wir in den Tropen wie in unseren Breiten eine bis zwei Stunden nach Mittag. Während der meist zur Zeit des höchsten Sonnenstandes aufkommende Seewind als reiner gesunder Wind, im Kongogebiet geradezu als „der Doktor^ bezeichnet, überall willkommen ist, kann das vom Landwind nicht so allgemein gesagt werden. In vielen Gegenden, speziell im (febiet des unteren Kongo, steht er im Ruf, sehr erschlaffend zu wirken; wenn er über Lagunen, Kreeks und Savannen weht, ist er nicht selten übelriechend und gilt als gesundheitsschädlich, ja tiebererregend. In einzelnen Teilen West-Afrikas wird er direkt als „Gestank der Savanne^^ bezeichnet. An anderen Stellen fehlen dem Landwind diese üblen Eigenschaften ganz und er ist im Gegenteil wegen der durch ihn be- wirkten nächtlichen Akkühlung willkommen, welche die Nerven zur Ruhe kommen läfst und Nachtruhe ermöglicht. Bewölkung und Regenmengen sind im tropischen Tiefland reichlich, nur während des Wehens des Passats herrscht im allgemeinen ein heller, wolkenloser Himmel vor. Der Wechsel von Regen- und Trockenzeit tritt, wie ich Ihnen schon sagte, an die Stelle der Jahreszeiten im gemäfsigten Klima. Die Regenzeiten verdanken ihre Ent- stehung dem Aufsteigen der warmen feuchtigkeitgesättigten Luft in die höheren Schichten der Erdatmosphäre zur Zeit ihrer stärksten Erwärmung, also zur Zeit des Zenithstandes der Sonne; mit letzterem wandern gewissermafsen die Regenzeiten zwischen dem Äquator und den Wendekreisen. Dabei braucht die Regenzeit nicht die wärmste Zeit des](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2198847x_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


