Epidaurus, eine antike Heilstätte / Von S. Herrlich.
- Herrlich, Samuel, 1846-
- Date:
- 1898
Licence: Public Domain Mark
Credit: Epidaurus, eine antike Heilstätte / Von S. Herrlich. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Insel Aegina angehören, für welche bei den sehr nahen Beziehungen zwischen der Insel und Epidaurus die von dieser Stadt veranstalteten Festspiele besonders grofse Bedeutung haben mufsten, aber jedenfalls läfst die mehrfache Erwähnung dieser Agone durch einen Pindar voraussetzen, dafs sie von nicht geringer Bedeutung waren. Also mufs auch die Kultstätte bereits zu Anfang des 5. Jahrhunderts ziemlich namhaft gewesen sein. Eine nicht geringe Bedeutung des Asklepios¬ heiligtums der Epidaurier schon im 5. Jahrhundert ergiebt sich endlich auch aus der Thatsache, dafs im Jahre 420 v. Chr. von Epidaurus aus in Athen ein Heiligtum des Asklepios am Süd¬ abhang der Akropolis gegründet worden ist, dessen Wiederaufdeckung in den Jahren 1876 bis 1877 ebenfalls der Thätigkeit der griechischen Archäologischen Gesellschaft verdankt wird 1). Dafs auch andere Asklepiosheiligtümer ihren Ursprung aus dem von Epidaurus ableiteten, das, wie es scheint, in der unten mitgeteilten Inschrift als die Heimat des Gottes bezeichnet wird, ergiebt sich aus der Angabe des Pausanias und anderen, zuletzt von Thrämer'2) gesammelten Zeugnissen; aber die Gründung dieser Asklepieen ist entweder nicht sicher zu datieren, oder sie fällt erst nach dem Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. Mit dem Anfang des 4. Jahrhunderts mufs dann eine Periode grofser Blüte für das Hieron begonnen haben: denn, wie unten noch näher gezeigt • • werden soll, fällt in diese Zeit die Errichtung der meisten grofsen Bauwerke, deren Überreste auf¬ gedeckt worden sind. Die sehr bedeutenden Mittel, die für diese Bauten erforderlich waren, und die uns teilweise in ihren Einzelbeträgen aus den beiden grofsen Inschriften, welche den Bau des Asklepiostempels und der Tholos3) betreffen, genau bekannt sind, wurden zu einem grofsen Teil aus den Spenden bestritten, welche die Kranken, die im Hieron Heilung gefunden hatten, als YcctqcCj, d. h. als eine Art ärztliches Honorar, an die priesterliche Kasse zu zahlen hatten4). Die Zahl der Pilger, welche im Hieron Heilung suchten, mufs daher aufserordentlich grofs gewesen sein; denn wenn uns Pausanias 5) auch von einem Naupaktier Phalysios berichtet, der auf direkten Befehl des Asklepios der aus Epidaurns abgesandten Botin des Gottes 2000 Goldstatere als Honorar des Nikoladas auch einer in Epidaurus aufgezählt. Über die Festspiele im Hieron cf. die Scholien zu Nem. III und V in ßöckhs Pindar III, S. 449 u. 466. Dafs es sich um einen Agon im Hieron, nicht bei der Stadt E. handelt, wird hier ausdrücklich gesagt: TiSercn d'f (6 uywv) — iv rw dloec tov 'Aaxlrj-mov. x) Über das atheu. Asklepieion cf. Girard, l’Asklepieion d’Athenes, Paris 1882 und U. Köhler, Athen. Mitt. II, S. 171 ff. u. 229 ff. Das Gründungsjahr 420 hat Alfred Körte in den Atheu. Mitteilungen für 1893, S. 245 fl. aus der die Griinduogsgeschichte enthaltenden Urkunde (C. I. A. II, 1649) mit Sicherheit nachgewiesen; die auf seiner und Köhlers Ergänzung beruhende Lesung der wichtigsten Zeilen des Fragments a der Inschrift teile ich hier mit: Z. 5-oixo&t[v fX€Tans/u]ijja^i8Vog did — — [jjyjaysv dev ge t(p — ~ Tr]k[t\fiaxo[g] — A[y ä/uct fild-tv lYy 10 [lebet xal] ovTeog idqvxhr] [ro rode anav inl ['AöTV(pC]lo Itqyovzog. Das Jahr des mit Sicherheit ergänzten Archonten Astyphilos ist 420 a. Chr. 2) Eine auf Paus. II, 26 und Julianus adv. Christianos S. 197 (Neumann) beruhende Liste von elf angeblich von Epidaurus aus gegründeten Asklepieen in dem Askl.-Art. bei Pauly-Wissowa. s) Kavvadias, Fouilles No. 241 u. 242, S. 78—105. 4) Über die ioctqcc cf. vorläufig Kavvadias a. a. O. S. 115 und Defrasse-Lechat a. a. O. S. 157 f. 5) Paus. X, 38, 13.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30474942_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)