Die Erkrankungen der Nebennieren und ihre Folgen (1855) / Thomas Addison ; zum ersten Male in deutscher Übersetzung herausgegeben und eingeleitet von Erich Ebstein.
- Thomas Addison
- Date:
- 1912
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Credit: Die Erkrankungen der Nebennieren und ihre Folgen (1855) / Thomas Addison ; zum ersten Male in deutscher Übersetzung herausgegeben und eingeleitet von Erich Ebstein. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Beurteilung gewonnen haben, als er. Unter dem Eindruck dieser Bedenken habe ich längere Zeit gezögert, die wenigen Tatsachen, die über diesen Gegenstand zu meiner Erkenntnis gekommen sind, zu veröffentlichen, ich tue es jetzt aber, weil ich glaube, daß diese in ihrer Beziehung zueinander überein- stimmenden Tatsachen nicht auf bloß zufälligem Zusammen- treffen beruhen, sondern einen klaren logischen Schluß zulassen, den Schluß, daß, wo wir diese übereinstimmenden Tatsachen wahrnehmen, wir mit ziemlicher Sicherheit das Vorhandensein von kranken Nebennieren feststellen können. Als Einleitung zu meinem Gegenstand mag es nicht un- interessant und angebracht sein, die Umstände und Beob- achtungen, die mich zu meiner jetzigen Überzeugung führten, kurz zu erzählen. Von längerer Zeit her waren mir hier und da Fälle von sehr auffallender allgemeiner Anämie vorgekommen, für die ich keine wirkliche Ursache entdecken konnte. Es waren Fälle, denen kein starker Blutverlust oder erschöpfende Diarrhöen, weder Chlorose, noch Purpura oder Erkrankung der Nieren, der Milz oder der Drüsen oder ansteckende und bösartige Krankheiten voraus- gegangen waren. Folglich nannte ich diese Form von Anämie, wenn ich sie in klinischen Vorträgen erwähnte, vielleicht wenig passend, „idiopathisch“, um sie von solchen Fällen zu unter- scheiden, wo mehr oder weniger Spuren von der gewöhnlichen Ursache oder Begleiterscheinungen des anämischen Zustandes sich vorfanden. Die Krankheit bot in jedem Stadium dasselbe Bild, zeigte denselben Verlauf und führte mit fast keiner einzigen Aus- nahme, nach verschiedener Zeitdauer zu demselben trauri- gen Ende. Sie kommt bei beiden Geschlechtern, gewöhnlich doch nicht ausschließlich, über dem mittleren Alter vor,[3] und soviel ich weiß, hauptsächlich bei Personen von etwas großem schwerfälligem Bau und mit starker Neigung zu Fett- ansatz. Sie schreitet so langsam und tückisch vorwärts, daß der Patient kaum je anzugeben weiß, seit wann er zuerst die Mattigkeit zu fühlen begann, die dann rasch so überwältigend wird. Das Gesicht wird blaß, das Weiße im Auge perlfarbig, der ganze Körper mehr welk als abgezehrt, der Puls kann voll sein, ist aber dabei merkwürdig weich und zusammendrückbar, gelegentlich sprunghaft einsetzend, besonders bei der geringsten Gemütsbewegung; eine zunehmende Abneigung vor Anstrengung](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28136366_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)