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Credit: Was wissen wir von der Seborrhöe? / von P.G. Unna. Source: Wellcome Collection.
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![Parakeratose des Haarbalgtrichters zurückgehalten wird. Es ist schade, dafs Sciiuchardt gerade nach seinen so prägnanten Be- funden uns das Bild der entzündlichen Parakeratose nicht noch genauer entwickelt hat; er war — obgleich noch befangen in der schulmäfsigen Theorie der funktionellen Talgdrüsenstörung, auf dem besten Wege, eine bessere Anschauung an die Stelle zu setzen. Zum Teil hinderte ihn offenbar auch die ungenügende Methode der Untersuchung, denn auch er hat, wenn er auch Osraiumsäure auf frische Schnitte anwandte, der Hauptsache nach jedenfalls an Alkoholpräparaten gearbeitet; sonst wären ihm nicht die verschiedenen Reaktionen des Horns auf Pikrokarmin (welche ich bereits 1875 beschrieben) so sehr aufgefallen. Die vollstän- dige Verbreitung des Fettes in der Haut bei dieser Affektion konnte sich ihm so auch nicht offenbaren. Fassen wir nun die Resultate dieser dritten Autorengruppe kurz zusammen, welche zur HEBRAschen Lehre sich in einen ge- wissen Gegensatz gestellt haben. Zunächst bricht sich bei Piffard und noch deutlicher bei Duhring die alte WiLSONsche Lehi-e wieder Bahn, nach welcher die ölige und die trockene Seborrhöe klinisch scharf unterschiedene Krankheitsbilder sind, wie auch anderseits die Pityriasis capitis von den eigentlichen Seborrhoen zu trennen ist. Ob die trockene Form der Seborrhöe mit der Pityriasis capitis zu identifizieren sei, darüber sind einige Autoren unter sich und viele auch mit sich selbst nicht einig. Wertvoller ist die Beachtung, welche die die trockene Form begleitenden entzündlichen Symptome von Duhring und Bar- thel]5mt erfuhren, nachdem Cazenayes Beobachtungen unter dem nivellierenden Einflüsse der HEBRAschen Lehre in Vergessenheit geraten waren oder als sekundäre Reizungen durch zersetzte Se- krete hypothetisch gedeutet wurden. In ätiologischer Beziehung ist ein gewisser Fortschritt unver- kennbar, den wir Malassez und Piffard verdanken. Die Pity- riasis capitis ist — selbst wenn sie mit Seborrhoea sicca capitis identisch sein sollte — keinesfalls eine Talgdi-üsenerkrankung, denn diese Drüsen sind normal oder atrophiert und in abnormer Weise durch Hornschicht verschlossen, ohne — was bei abundanter Sekretion ja nötig wäre - Sekretionscysten zu bilden. Schüchardt](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2230244x_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)