Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![von Lippmann: Ztschr. Ver. Dtsch. Zuckerind. lischei und siebenbürgischer ,,WTeintrauben-Syrup“ ebenso mit 1 fl. „LonsumzolP für den [alten] Zentner zu belegen war wie „Zucker-Syrup“. Ebenso fruchtlos erwiesen sich für die Dauer alle Bemühungen be¬ ll effs des von Kirchhof f 1811 entdeckten Stärkezuckers 630), dessen Identität mit Glykose übrigens weder er noch die nächsten Nach¬ stiebenden ei kannten. In Deutschland befürworteten seine Gewinnung (seit 1812) namentlich Döbe reiner in Jena, Hermbstädt in Berlin, Trommsdorff in Erfurt, und Lampadius in Freiberg631), der dort dem durchreisenden Napoleon am 16. Mai 1812 seine Proben persönlich voi legte 63~) und auch eine „Schule“ einrichtete, in der etwa 100 Hausfrauen die häusliche Bereitung des Stärkesirups erlernten. In Preußen ergingen 1812 gesetzliche Bestimmungen über seine Besteuerung und „Accise , und zu Berlin gab es 1813 an 10 Unternehmer, die z. T. bis 100 dz heisteilten; zu diesen zählte auch T h a e r, der den Rübenzucker Achard’s, mit dem er persönlich verfeindet war, noch 1814 als „nach¬ theilig für Landwirtschaft und Staat“ bekämpfte, dagegen Mais- und Stärkezucker warm empfahl, „namentlich für die Aermeren“ 633). 7. Auch den Verbrauch von Milchzucker suchten während der Kontinentalsperre einige Laien zu fördern, die jedenfalls gar keine Kenntnis seiner nur ganz geringen Süßkraft besaßen. Neumann zählte ihn 1740 noch zu den „Salzen“ und ließ seine Natur dahinge¬ stellt634). Macquer spricht von ihm 1766 als von einem aus den Molken kristallisierenden Salze unaufgeklärter Beschaffenheit 635), und Scheele sagt noch ll80 in seiner Abhandlung vom Milchzucker nur: „er ist ein wesentliches Salz, das sich in der Milch aufgelöst befindet und wegen seines süßlichen Geschmackes Zucker genannt worden ist“ °36). 8. Das J ohannisbrot, die Frucht des immergrünen Baumes Ceratonia siliqua, wird in Aegypten schon um 3000 v. Chr. im „P apy- rus Edwin Smith“ erwähnt 637), und blieb als solche, sowie als süßes Fruchtmus, im gesamten Orient dauernd gebräuchlich; ihr Name ö3°) Vgl. Klaproth, a. a. 0„ IV, 504. 031) S. dessen „Stärkezucker und Kastanienkaffee“ (Freiberg 1812). 632) Deutliche größere und daher auch meßbare Kristalle erhielt aber erst 1846 Mitscherlich, wie das ein Brief B i o t ’s bezeugt (Hartmann, „Arch.“ XVI, 58; 1934). C33) Grotkass „Wirtschafts-Zeitung“ (Magdeburg-Halberstadt 1931) XV, 177. „Chz.“ LVI, Rep. 29 (1932). 634) a. a. 0., 429. 635) „Dictionnaire de Chymie“ (Paris 1766) II, 453. 636) Zekert „C. W. Scheele“ (Mittenwald 1933), 271. ö37) v. Lippmann, „Chz.“ LV, 933 (1931).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0100.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)