Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![L Dtsch. Zuckerind. von Lippmann: Getränke verwendete man auch die „Süße“ der Bären klaue (He- racleum sibiricum) 649), sowie der Knollen der Liliacee Aspli odelos (A. racemosus) 6-J°); solche enthalten in Griechenland nach Rosenthal (1861) bis 22 % Zuckerarten (von diesen bis 11,4% Rohrzucker), und wurden daher teils roh gegessen, wie das bereits im 16. Jahrhundert Mathiolus berichtete, teils auf Alkohol verarbeitet, von dem man 7 8% erhielt. — Das Mannagras (Mannaschwaden, Glyceria fluitans) und dessen feinen, an Stärke reichen, süß schmeckenden Samen kennen bereits die M i s c h n a und der Talmud 651); Albertus Magnus erwähnt im 13. Jahrhundert anscheinend schon den regelmäßigen Anbau des Schwadens, und im Mittelalter diente er häufig als Abgabe an die Klöster 652); Neumann spricht 1740 von ihm in den „Praelectiones“ als vom süßen Samen einer Art Hirse, der „Bauern-Manna“, „die in gar vielen Ländern wächst“ 65s). — Betreffs der Möhre (Daucus carota), der „gelben Rübe“, sei auf die erst vor etwa Jahresfrist veröffentlichten Nachträge v. Lippmann’s zu seiner „Geschichte der Rübe [Beta] als Kulturpflanze“ verwiesen 654). Maurizio teilt mit, daß ihre kultivierte Form nach Matzkevich (Leningrad) in Mittelasien heimisch ist, von wo sie frühzeitig nach Indien gelangte, viel später aber erst nach Europa 655). Eines Weines aus ihrem Safte gedenken Dioskurides 656) und Plinius 657), und ersterer nennt ihn davxCrrjg (Daukites). Die im Altertume vielgerühmte kretische Sorte geriet während des Mittel¬ alters in Vergessenheit; Cordus sagt 1546 bei seiner Besprechung der Möhre und des vielgebrauchten Möhrensamens, daß man Daucus creticus echt gar nicht mehr erhalten könne und ihn durch „Seseli, d. i. Berwurtz“ zu ersetzen pflege 658). Schröder spricht von ihr (1641 ff.) als vom Mohrenkümmel, der Carota oder „rothen Rübe“ und der „wilden Pasti¬ nake“659), weiß also sichtlich nichts Bestimmtes über ihre Eigenart und Zugehörigkeit; als Beispiel für die in dieser Hinsicht herrschenden Un¬ klarheiten sei angeführt, daß die Möhre, die der M i s c h n a und dem 649) Maurizio 59 ff. 65°) ebd. 235, 236. 651) Löw IV, 74, 81. 652) Fischer 170; Maurizio 27. 653) a. a. 0., 915. 654) „Z.“ LXXXIV, 57 (1934). 655) a. a. 0., 195. 656) lib. V, cap. 60. 657) XIV, 111. 658) a. a. 0. 79—82; 22. 65e) a. a. 0. 285, 580; vgl. 646.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0102.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)