Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
Licence: In copyright
Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
105/144 (page 903)
![Bd. 84. 1934. Techn. T. ] Nachträge u. Ergänzungen z. „Geschichte des Zuckers“. 903 (gegen 200 n. Chr.) verordnete die Wurzel und ihre Asche, sowie den Samen, und noch die „M e d i c i n a P 1 i n i i“ (s. oben) folgt ihm um 850 n. Chr. hierin nach 676). Die M i s c h n a spricht ebenfalls wiederholt von ihr 677); vom frühen Mittelalter an war sie eine der verbreitetesten Gemüse- und Futterpflanzen, und zu ihren nützlichsten Abarten zählte man die im 18. Jahrhundert in England gezüchteten Turnips, über die Marshall 1796 eine eigene Schrift herausgab, in der er u. a. auch (als Erster?) den Befall durch allerlei Pflanzenkrankheiten beschrieb, sowie deren Bekämpfung mittels Kalk, Schwefel, Salz, Seife, Tabak usf. 678). 18. Als Abart der Brassica rapa gilt vielen die Rapa oder R a p u s benannte Rübenart, während andere sie als eine Varietät der Steckrübe (Napus) ansehen (s. unten). Beide Namen, rapus und napus, führt die „Medicina G a r g i 1 i i“ an und beruft sich hinsichtlich der Heilwirkungen von Wurzeln und Samen auf Hippokrates, Demokritos, D i o k 1 e s und ihre Nachfolger und Abschreiber 679). Während der ge¬ samten Folgezeit blieb die Rapa ein fast allgemeines „Volksessen“, und selbst in wohlhabenden Ländern, z. B. in Frankreich, wurden die „raves“ erst um und nach 1600 fast völlig durch die feineren Steckrüben (navets) verdrängt 680). In Deutschland handelt Schröder noch 1641 ff. die Rapa, ihren Saft und ihren Samen ausführlich ab, nennt sie Rapa, Rape, Rübe, Knollen (wörtliche Uebersetzung des griechischen yoyyvXrj\, und behauptet, daß es ihrer wilde (silvestris) und zahme gebe, und unter diesen wieder runde weibliche und lange männliche681). Verschiedentlich verwechselt er noch Brassica mit Kohl 682). 14. Die Steckrübe (Brassica napus) war im Altertume ebenfalls schon zur Zeit des Hippokrates als Nähr- und Heilpflanze wohlbekannt und hieß ßovnuq (Buniäs) oder ßovnov (Buniön); Dios- kurides 683) und P 1 i n i u s 684) erwähnen einen aus ihr bereiteten Wein, und noch Gargilius wiederholt die Angaben der alten griechi¬ schen Vorgänger 685). Im Orient übernahmen sie die Araber in ihren Pflanzenschatz und dürften gewisse edlere Sorten auch nach Nordafrika 676) a. a. O. 166 ff.; 20; 128. 677) Löw IV, 71. 678) Stevens „Isis“, XXI, 108 (1934). 670) Rose, a. a. 0„ 178ff. 680) F r a n k 1 i n III, 160. 681) a. a. 0. 113, 666. 082) ebd. 543. C83) lib. V, cap. 46. 684) XIV, 106; XXIII, 52. 685) a. a. 0., 172 ff. 66*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0105.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)