Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![[Dtscb. Zuekerind. von Lippmann • und Spanien gebracht haben; dort erwähnt „napos“ u. a. das dem Avi- c e n n a untergeschobene alchemistische Werk ,,D e a n i m a“, das ur¬ sprünglich von einem spanischen Araber um 1100 oder noch früher ver¬ faßt wurde, und dessen lateinische Uebersetzung schon vor 1250 vorhanden und dem V incentiusBellovacensis sowie dem RogerBacon bekannt war G8G). In Südfrankreich, und etwas später auch in Paris, sind zwar „navets“ oder „naveaus“ bereits im 13. Jahrhundert als Marktware nachweisbar, aber in bürgerlichen und gar in bäuerlichen Kreisen traten sie nur sehr allmählich an die Stelle der altüblichen „raves“, endgültig erst um und nach 1600 687), zugleich mit den Carottes, Carottes rouges [Möhren oder „rote Rüben“?] und Bette-raves (weiße Beta) 688). Unaus¬ rottbar blieb der überlieferte Aberglaube, daß unter besonderen Um¬ ständen Samen (namentlich alte) des Kohls Steckrüben ergeben; ein Sprichwort sagt: „Semez-y des choux, il y viendra des navets“ (Säet nur Kohl, aufgehen werden Steckrüben) 689). Valerius Cordus spricht 1546 von „napus oder bunias“ 690), und Schröder (1641 ff.) macht keinen scharfen Unterschied zwischen Rapa (die er auch Naveus nennt) und Napus oder Bunias, deren Samen und Oel auch erprobte Heilmittel abgeben 691). 15. Ueber die Herkunft der Zuckerrübe und die Arten der B e t a gehen die Ansichten auch neuerdings noch stark auseinander. U 1 b r i c h, der die verschiedenen Sorten und ihre Verbreitung ausführlich er¬ örtert 692), nimmt als wilde die folgenden an: Beta maritima, die an den europäischen und Mittelmeerküsten weitest verbreitete, die nach Strobl am Aetna bis zur Höhe von 850 m ansteigen soll 693); Beta trigyna, nach Scheibe dem vorderen Kaukasus zugehörig 694); Beta lomatogona und die ihr nahestehende Beta intermedia, die nach Scheibe dem inneren Kleinasien (Anatolien) entstammen und 12—26%, ja sogar 30% Zucker¬ gehalt auf weisen können, daher zur Kreuzung mit gezüchteten Rüben zu empfehlen sind [bei denen eine s o hohe Zahl noch nie beobachtet wurde] 695); Beta nana, die in Griechenland in Höhen zwischen 1800 und 686) Ruska „Isis“ XXI, 44 (1934). 687) Franklin III, 132, 133, 150, 160, 161. 688) ebd. 160, 162. 689) ebd. 160. 69°) ed. Winkler (Mittenwald 1934) 62, 70. 691) a. a. O. 666; 634. 692) a. a. O. 457 ff.; vgl. die Karte, ebd. 461. 693) ebd. 459, 462. 694) ebd. 462. 695) ebd. 462, 478.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)