Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![[ Dtsch. Zuckerind. letztere erst seit Ende des 18. Jahrhunderts durch systematische Zucht aus ersterer hervorging. — Colin und P i c a u 1 t, die die B. patellaris aus Agadir untersuchten, die (in Paris) schwierig keimt, schon nach Er¬ reichung von 20 cm Höhe blüht, und gleich im ersten Jahre fruchtet, halten indessen in ihrem Berichte am Vorhandensein und der Verschie¬ denheit von B. vulgaris neben B. cicla noch fest 702). 17. In der alten Welt viel benützt war die Beta schon zur Zeit des Hippokrates 703), bei dem sich auch bereits der Name ßMzog (Bli- tos) vorfindet, die Urform des späteren Bleta, das aber manche auf eine Entstellung von Beta zurückführen wollen; doch sei daran erinnert, daß es Schriften, die mit völliger Sicherheit dem Hippokrates selbst zuzuteilen sind, kaum gibt, und daß neuerdings aufgefundene Bruch¬ stücke arabischer Kommentare ersehen lassen, daß viele von jenen nicht in der Form des zu Alexandria zusammengestellten „Corpus“ erhalten sind, sondern später noch Abänderungen in schwer festzustellendem Um¬ fange erfuhren 704). Daß die griechische Bezeichnung der Rübe gzvtIov (Seutlon), attisch zevrXov (Teutlon), die dem ägäischen Kulturkreise ent¬ lehnt sein und in diesem die rote Rübe bezeichnet haben soll, mit der des Tintenfisches, zavfrfg (Teuthis) oder zsvd-og (Teüthos) Zusammen¬ hänge, weil dieser einen blutroten Saft führt, oder auch mit den Eigen¬ namen Teuthros, Teuta und T e u t r o s , die einigen Forschern zufolge „der oder die Rote“ bedeuten, läßt sich nach Fluss, sowie nach G ö b e r und M e y e r , in keiner Hinsicht erweisen; richtig, jedoch unauf¬ geklärt, ist aber, daß es ein Kultbild der vom angeblichen Anführer Teuthis (zur Zeit des trojanischen Krieges) in sinnloser Wut am Schenkel verwundeten Athene gab, das eine purpurrote Binde trug 705). Jedenfalls blieben die weiße wie die rote Rübe seit den ältesten Zeiten als Nahrungs- und Heilmittel allgemein gebräuchlich 706), und noch die MedicinaPiinii und G a r g i 1 i i rühmen die Beta alba oder candida (die weiße), die Beta nigra (die dunkle = die rote), und ihre Ab¬ kochungen, die man für sich oder mit Honig gemischt verschrieb 707). 18. Im Orient wurde die Rübe, wie oben erwähnt, schon seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. in den kgl. Küchengärten zu Babylon angebaut, wohin sie als neuartiger Leckerbissen wahrscheinlich über Syrien ge- 702) „Sucrerie Beige“ [1934] LIX, 2. 703) G a r g i 1 i u s , a. a. 0. 143. 704) P f a f f „Isis“ XXI, 348 (1934). 705) „PW.“, V A„ 1140 ff.; 1157, 1158. 7°6) Vgl. Schuch „Gemüse und Salate des Alterthums“ (Rastatt 1853). 707) a. a. 0. 21, 55; 10; 72, 144.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0108.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)