Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![gebrauchte Name thoret717); bei Assaf, im 10. Jahrhunderte, lautet die Bezeichnung lefet, bei den Karäern (um und nach 1000) lafet, salgam (arabisch), gogilia (griechisch), und nabus (romanisch) 718), so daß man an die Steckrübe denken könnte, sprächen sie nicht auch wieder von weißer und roter Rübe719). Um und nach Beginn des 12. Jahrhunderts reden in Italien Aruc h von bieta und bliti, die er silkä und terädin gleichsetzt 72°), und S i p o n t e (zu Salerno) von blita 721), in Frankreich Rasch i von bledas und blez, aber auch von gongylidion, teutlon und teuthrion 722), und in Spanien Maimüni, dessen „Gesetzbuch“ der Rübe 15 Male gedenkt, von bliti 723). Gegen 1300 sagt Gerson von Arles, die Rübe sei von Natur aus eine „heiße“ Pflanze, und daher rühre es, daß sie [in Südfrankreich] oft schon im Winter zum Vorscheine komme 724). 19. Bieta erwähnt (neben napos) auch das spätestens um 1100 von einem spanischen Araber verfaßte und dem Avicenna untergeschobene Buch „De anim a“ 725) — Ariosto (1474—1533) sagt in der „Kasten- Komödie“: „Den Schädel werde ich Dir sonst zermalmen, Mehr als man Rüben kleinmacht, sie zu kochen“ 726), und versichert in der 3. „Satire“, daß er lieber daheim eine gebratene, mit Essig und Senf zurechtgemachte Rübe esse als an fremden Tischen die seltensten Festspeisen, gebraucht aber hierbei das vieldeutige AVort „rapa“ 727). — In Frankreich finden „bette-raves“, die ein feineres Ge¬ müse vorstellen, nach Franklin erst im Laufe des 16. Jahrhunderts Verbreitung 728), und in Deutschland erwähnt noch das „Küchenbuch“ der Kurfürstin Anna von Sachsen (1577), das die Lebensführung der vornehmsten Kreise widerspiegelt, unter den „Erdfrüchten und Wurtzeln“ nur „weiße Rüben, grün und gederrt“, „rothe Rüben“, „gelbe Rüben oder Mören“, und „Steck-Ruben“ 72°). Die „Pharmakopoeia“ Schröder’ s 717) ebd. IV, 92, 105; 478. 718) ebd. IV, 227 ff. 710) a. a. O. 72°) ebd. IV, 193. 721) ebd. IV, 211. 722) ebd. IV, 187; 127, 135; 132. 723) ebd. IV, 206, 208. 724) ebd. IV, 440. 725) Ruska „Isis“ XXI, 44 (1934). 720) Ueb. K i s s n e r (Berlin 1922) IA7, 54. 727) „Rime e Satire“ (Florenz 1822), 390. 728) a. a. O., 160 ff. 729) Zaun ick „Flora“ (Dresden 1934), 78.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0110.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)