Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![Techn. T. I Nachträge u. Ergänzungen z. „Geschichte des Zuckers“. 911 sowie die anderer Befürworter, beim König und bei der Königin Luise zu durchkreuzen, sondern schwärzte ihn auch noch um und nach 1810 in einer so verleumderischen, ja lügnerischen Weise an, daß selbst die be¬ fragten schlesischen Behörden (zu Liegnitz) ihr jede Berechtigung ab- sprachen 74°). In Berlin aber blieb die feindliche Gesinnung überwiegend, und wie die Genannten bereits 1802 den Minister v. V o ß vermocht hatten, die vom Könige geplante große Schenkung an Achar d zu vereiteln, so setzten sie diesen auch weiterhin stets in das ungünstigste Licht, hinter¬ trieben alle Bemühungen und Pläne seiner späteren Jahre741), und nährten eine derartige Mißstimmung gegen ihn, daß bei seinem Tode die Kgl. Akademie ihrem Ehrenmitgliede und einstigem Direktor nicht einmal einen Nachruf widmete ! 742). Die von Scherer in seinem „Allgemeinen Journal der Chemie“ wiedergegebenen Berichte 743) lassen ersehen, daß Klapr'oth auch über die neuen, 1799 angestellten Versuche ein durchaus günstiges Gutachten erstattete, und daß er, selbst bei der Kontrolle im kleinen, aus 25 Stück Rüben von 16,25 kg Gewicht 6,6% „Rohzucker“ erhielt; Kosman und H e i n s i u s äußerten demgemäß 1799 die Meinung, Achar d’s Erfin¬ dung sei seit jener des Schießpulvers die folgenreichste, denn sie werde zur Aufhebung der Sklaverei führen und zur Vernichtung des Zucker¬ monopols Englands, weshalb von dort aus Versuche zur Verhinderung und Bestechung zu erwarten seien 744). ln der Tat versprach schon 1799 der englische Gesandte in Berlin, Grenville, der so pflichtgemäß die Interessen seines Landes zu wahren glaubte, Achard für Ver¬ schweigung seiner Resultate eine einträgliche Stellung in London und eine größere Geldsumme 745), freilich ganz vergeblich; 1800 und 1802 folgten, ebenso fruchtlos, weitere Angebote von 50 000 und 200 000 Talern, von denen Achard selbst erzählt 746) und die auch die Liegnitzer Poli¬ zeiakten bestätigen, sowie Mitteilungen des Professors Lampadius in Freiberg [u. a. Entdeckers des Schwefelkohlenstoffes], der sich 1799 bis 1803 bemühte, eine Rübenzuckerfabrik zu Bottendorf a. d. Unstrut 74°) Grotkass, a. a. O.; „C. Z.“, XXXVII, 1410 (1929). 741) Den Bericht über sie von 1818, den letzten amtlichen des schon schwer kranken Mannes (Grotkass „D. ZLVI, 604; 1931), kann man nur mit Er¬ griffenheit lesen. Vom Werte und von der Zukunft seiner Erfindung blieb er stets fest überzeugt. 742) Grotkass, a. a. O. 743) Speter „D. Z.“ LVII, 28 (1932); LVIII, 31 (1933). 744) ebd. 745) Grotkass „C. Z.“ XXXVII, 1381 (1929). 740) v. Lippmann „Abh. u. Vortr.“ (Leipzig 1906) I, 303.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0113.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)