Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![noch so teuer, daß ihn nur die Reichsten bezahlen konnten und ein hohes Adelshaus im Laufe mehrerer Jahre bloß 57 kg verbrauchte; als 1620 die erste Raffinerie errichtet wurde, kosteten 1 kg „gemeiner“ und „guter“ je 1 und 2 Kronen [der dz 100 und 200 Kr. = rund 80 und 160 M Silber- wert], „was dem 10- bis 12-fachen heutigen Betrage entspricht“ 783). — 1588 meldet ein Schriftstück, daß man für 1 Arrobe (= 15 kg) kanarischer Blancos [hellen, wohl mit Tonerde gedeckten Rohzuckers] 42 Realen be¬ zahlte, und für 1 Arrobe der geringeren Sorten (Moscobados, Slumas, Rescumas, Nyetas, Rapaduras, Panelas) meist etwa um 100 Maravedis weniger 784). Falls silberne Realen gemeint sind, von denen 8 auf 1 Peso im Silber werte von etwa 7 fr. gingen, so daß 1 Reale = rund 60 Centimes zu setzen ist, und falls von den Maravedis die erste Klasse in Frage kommt, deren 1 Reale 64 zählte, so stellte sich 1 Arrobe auf 25 und 15 fr., 1 dz also auf rund 170 und 100 fr. (= 125 und 75 M) Silberwert. — Darauf, daß alle solchen Zahlen nur eine ganz ungefähre Bedeutung bean¬ spruchen können, sei nochmals ausdrücklich hingewiesen; auch unter¬ einander sind sie nicht ohne weiteres vergleichbar. 8. Für die von dem Franzosen N a u d y 1720 in Stettin errichtete, aber nur bis 1736 betriebene Raffinerie kaufte man in Bordeaux 488 dz Rohzucker und 95 dz Blancos aus Domingo, den dz zu rund 30 und 35 holl. fl. (— 50 und 59,70 M), und verausgabte für Fracht und Ver¬ sicherung bis Stettin, Zölle und kleinere Gebühren noch 43,2% dieser Summe; 1 dz der aus ihnen hergestellten, sehr beliebten Kleinbrote von P/4 kg Gewicht erbrachte in Stettin 114 M, 1 dz der verschiedenen Sorten gewöhnlicher und feiner Sirupe 31 bis 75 M 785). — 1738 berechneten sich für Rotterdam aus den, meist nur für 10 Pfunde angegebenen Zahlen, die Preise für je 1 dz Rohzucker auf 26 holl. fl. (= rund 50 M), weißen Kandis auf 52 fl. (— 87 M) und Raffinade auf 40 fl. (= 67 M); und letztere war gerade ebenso teuer wie Süßholz! 786) — In Berlin kam 1754 das Pfund feinen Zuckers auf 4 Gr. 9 Pf. zu stehen, was für 1 dz an 120 M ausmacht 787). Gegen Ende des Jahrhundertes, besonders nach der Ver¬ wüstung Domingos, stieg der Preis rasch an und erreichte während der Kontinentalsperre geradezu phantastische Höhen, so bis 600 M für 1 dz 783) „C. Z.“ XL, 270 (1932). 7Ö4) De Burbure-Wesenbeek, „Sucrerie Beige“ LI, 301 (1932). 785) v. Lippmann „D. Z.“ LVII, 467 (1932). 780) Dobbelaar, „Nederl. Weekblad“ (für Lebensmittel usf.) vom 22. September 1932. 787) „Briefe Friedrichs des Großen an Fredersdorf“ (Berlin 1926), 299. 67](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)