Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![Bd. 84. 1934. ] Techn. T. j Nachträge u. Ergänzungen z. „Geschichte des Zuckers“. 841 rüder schrieb, ist ein Irrtum, diese rührt vielmehr erst aus der Zeit um 1300 her 230). Verbesserte leistungsfähige Wasser-Mühlen und -Räder werden in der Tat, z. B. am Orontes, erst gegen 1240 erwähnt231). 10. Windmühlen sind dagegen fraglos eine orientalische Erfin¬ dung, wenngleich bloße Windräder schon der späteren Antike bekannt waren, und sich in den Mittelmeerländern vermutlich bereits damals nach der nämlichen Weise aus der Anwendung von Schiffssegeln entwickelten, wie in weit jüngerer Zeit aufs neue in Griechenland und Portugal 232). Nach den arabischen Geographen und Reisenden des 10. Jahrhunderts, wie al-Istachri, IbnHauqal, al-Mas’udi, u. A., sowie den noch in der Enzyklopädie des al-Kazwini (gest. 1283) angeführten Autoren, kam die Benutzung des Windes zunächst in jenen Gegenden auf, die be¬ sonders häufig von heftigen Stürmen heimgesucht werden, so in Sidji- stän (Sejestan) und Herät, wo Windmühlen anfangs als Merkwürdig¬ keiten galten; doch scheint ihre Konstruktion damals noch eine ganz andere und weit primitivere gewesen zu sein, als die später übliche 233). Die früheste arabische Erwähnung liegt aus dem Jahre 644 vor, anläßlich der Ermordung des Kalifen Omar 1.234). — Nach Europa gelangten die Windmühlen erst im 11. Jahrhundert durch die Kreuzzüge, und alle älteren Nachrichten sind unzutreffend, u. a. auch gewisse auf England bezüg¬ liche235). Daß die frühesten Angaben für Italien erst von 1332 vor¬ lägen236), ist eine irrtümliche Annahme: in Siena wird schon 1237 eine Windmühle erwähnt237 ) und um 1300 sagt Dante in der „Hölle“ „Wie man, wenn dichte Nebel uns umwehen . . . Von fern die Mühle sieht im Winde drehen“ 238), spricht also von der Windmühle als von etwas altbekannten. Darauf, daß auch seine Aeußerungen über die Mühlen im „Gastmahl“ („Convivio“; „Convito“, vollendet um 1310) 23°) als solche über Windmühlen aufzu- 230) Ders., 233, 240. 231) S a r t o n , a. a. O., II, 623. 232) F e 1 d h a u s 191; Horwitz in Matschoss’ „Beiträgen zur Ge¬ schichte der Technik und Industrie“ XXII, 93 (1933). 233) J a c o b , a. a. O., 60. V o c o 1 e s „Isis“ XV, 401 (1931) und XVII, 412 (1932); s. die Abbildungen. 234) J a c o b , 60; vgl. al-Mas’udi „Goldene Wiesen“ IV, 226. 235) Jacob, a. a. O. Feld haus, 246. Batten „English Windmills“ (London 1931). 236) F e 1 d h a u s , 316. 237) Davidsohn „Geschichte von Florenz“ (Berlin 1896 ff.) IV (2), 37. 238) Ges. 34, Vers 4; üb. Gildemeister (Berlin 1888), 194. 239) üb. Kannegiesser (Leipzig 1845), 109ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)