Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1934
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Credit: Nachträge und Ergänzungen zur "Geschichte des Zuckers" / von Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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![von Lippmann: I f Ztschr. Ver. L Dtsch. Zuckerind. sohüsse von 1500 bis 6000 Pesos [zu etwa M. 5 Silberwert] bewilligt, u. a. an DeSa n t o v a 1 1 a und Don Perez Martell, deren erste große Wassermühlen 1548 und 1549 in Betrieb kamen und nunmehr festen Rohzucker (Muscovado) erzeugten; 1550 waren bereits 10 Fabriken vor¬ handen, darunter 3 mit Wasserrädern, und der Arzt Dr. Vallejo be¬ richtete dem Kaiser Karl V. über deren sehr befriedigende Entwick¬ lung; 1564 stellte sich die Erzeugung auf 20 000 Arroben [= 2300 bis 3000 dz, je nachdem Arroben von 11,5 oder 15 kg gemeint sind], und loSl betrug sie für 11 Mühlen (9 mit tierischem, 2 mit Wasser-Antrieb) 25 000 Arroben [= 2870 bis 3750 dz] *»). - Nach Brasilien wurde das Zuckerrohr 1532 aus Madeira und den Kanarien verpflanzt, an¬ scheinend durch portugiesische Juden, deren viele sich dort schon im Laufe des 16. Jahrhunderts ansiedelten415). — Nach Mexiko gelangte es bereits 1511, und die Zuckerindustrie entfaltete sich daselbst allmäh¬ lich in recht günstiger Weise bis gegen Ende des Jahrhundertes, wie noch Juan deCardenas bezeugt, der 1577 bis 1609 im Lande ver¬ weilte416); erst von dieser Zeit ab geriet sie infolge der kleinlichen und kurzsichtigen Kolonialpolitik des Mutterlandes ins Stocken und schließ- lieh in gänzlichen Verfall. i. Dei anhaltend wachsenden Zufuhr und dem fortgesetzten Sinken der Preise entsprechend, drang der Zucker seit der Mitte des 15. Jahr¬ hunderts m immer weitere Kreise, und sein Verbrauch wurde stetig all¬ gemeiner, trotz der hohen Zölle, die vielfach noch hundert Jahre lang fortbestanden, weil man eben einmal gewohnt war, Zucker unter die „fremden kostbaren Drogen“ einzureihen417); als eine solche galt „Succre“ z. B. noch im Pariser Zolltarife von 1543 418), und das Behar¬ rungsvermögen dieser Anschauung erklärt sich vielleicht nicht zum wenigsten daraus, daß Zucker und Zuckerwaren andauernd ein wichtiger und oft sogar privilegierter „specialer Articul“ der Apotheken blieben (s. weiter unten). — Einen bezeichnenden Einblick in die vielfältige Ver- 414 ) H i 1 e r s „Portorico Sugar Manufacture“ (New Orleans - ,- —_ 1930), 7. L 0 P e z - Dominguez „Facts about Sugar“ XXVII, 93 (1932). Vgl. T r o j e „D. Z.“ LVII, 472 (1932). — Die geringe Jahreserzeugung von 260—340 dz darf nicht wundernehmen, wenn man bedenkt, daß z. B. Columbia noch 1930 an 8000 kleine Mühlen besaß, die im Mittel je 140 dz herstellten’ ( C Z “ XXXTX 45; 1931). ’ 415) Lö w IV, 578, 581; 326. 416) Deuchler „Juan de Cardenas“ (1931). (Bern 1930); „Arch.“ XU, 428 417) Tschirch I, 1613. 418) ebd.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982641x_0070.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)