Beiträge zur feineren Anatomie der Medulla oblongata und der Brücke : mit besonderer Berücksichtigung des 3.-12. Hirnnerven.
- August Cramer
- Date:
- 1894
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Credit: Beiträge zur feineren Anatomie der Medulla oblongata und der Brücke : mit besonderer Berücksichtigung des 3.-12. Hirnnerven. Source: Wellcome Collection.
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![3) aus der aufsteigenden Trigeminuswurzel, welche aus der Sub- stantia gelatinosa der Hinterhörner des Rückenmarks stammt und bis zur Höhe des 2. Cervicalnerven zu verfolgen ist; 4) aus Fasern, welche aus dem Kleinhirn zu kommen scheinen,, nach V. Bechterew (Arch. f, Anatomie u. Phj'siologie, 1886, Anat. Abth.) aber nicht bis in die Kleinhirnrinde gelangen; 5) aus Fasern, welche aus der Substantia ferruginea entspringen (nach Meynert aus der contralateralen, was v. Bechterew, [Neurolog. Centralbl, 1887, S. 290] bestreitet); 6) endlich aus der absteigenden Wurzel, welche nach Meynert aus ,,grossen, zu Träubchen geordneten, blasenförmigeu Zellen, welche den Sympathicusganglien vergleichbar sind, hervorgehen (Mey- nert, Psychiatrie, I, S. 98). Von diesen Fasern sind die ersten (aus dem sensiblen Trigeminus- kern) unzweifelhaft sensibler Natur, die zweiten (aus dem motorischen Kern) motorisch, die dritten ihrem Ursprung aus den Hinterhörnern nach und durch ihr Anlegen an die Portio major trigemini als sensibel zu deuten. Von der Bedeutung der 4. und 5. Art der Fasern wissen wir bisher nichts. Was endlich die 6. Art, die absteigende Wurzel anbetrifft, so ist diese die einzige, die hier im Anschluss an den peripherischen Process eine Verkümmerung zeigt. Man müsste demnach annehmen, dass in ihr die mit den trophischen Processen in Verbindung stehenden Fasern verlaufen. Diese Fasern entspringen aber zum Theil aus der Substantia ferru- ginea, welche in unserem Falle gewisse Defecte zeigt, und zwar nicht, wie es nach Meynert's Annahme sein müsste, auf der contralateralen, sondern auf derselben Seite. Im Uebrigen stimmen meine eigenen Untersuchungen mit denen von Meynert und Bechterew überein, dass diese absteigende Wurzel — wenigstens weitaus zum grössten Theil — sich den aus dem sen- siblen Kern hervortretenden Fasern der Portio major des Trigeminus hinzugesellt, während sie Henle vorzugsweise mit dem motorischen Theil sich vereinigen lässt. Man könnte die absteigende Wurzel des Trigeminus demnach als trophische Wurzel bezeichnen. H. GuDDEN ^), der auch einen ausführlichen Ueberblick über die Litteratur giebt, hat an einer nachgelassenen Serie seines Vaters von einem operirten Kalbe und Kaninchen folgende Ursprungsverhältnisse der Trigeminuswurzeln feststellen können. 1) H. GuDDEx, Beitrag zur Kenntniss der Wurzeln des Trigeminus. Allg. Ztschr. f. Psych., Bd. 48, p. 16.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21225230_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


