Die Lehre von der Brucheinklemmung : klinisch-experimentelle Studie unter Benutzung von 160 in der Kgl. Chirurg. Klinik zu Breslau beobachteten Fällen von Brucheinklemmung.
- Reichel, Paul, 1858-
- Date:
- 1886
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Credit: Die Lehre von der Brucheinklemmung : klinisch-experimentelle Studie unter Benutzung von 160 in der Kgl. Chirurg. Klinik zu Breslau beobachteten Fällen von Brucheinklemmung. Source: Wellcome Collection.
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![und durch hümorrhagische Infarcirung dunkelroth verfilrbt; dieselbe dm-cb- dringt die Darmwand bis auf die Schleimhaut; letztere ist an dem noch erhaltenen, mesenterialen Abschnitt der Schnürfurchen etwas vei'dünnt und injicirt. Das mit eingeklemmte Mesenterium zeigt, abgesehen von einer kleinen Hämorrhagie, gerade an seiner Ansatzstelle an die Bruchschlinge nichts Abnormes. — Das zuführende Darmrohr ist mit dünnbreiigem, braunem Koth gefüllt; die Bruchschlinge enthält nur gelblichen, nicht blutigen, zähen Schleim, das abführende, also zwischen beiden Brüchen ge- legene Darmrohr, dünnbreiigen, mit Schleim gemischten Koth. — Die Schleim- haut ist überall stark geröthet, namentlich am zuführenden Rohre, doch, abgesehen von den beiden Perforationsstellen, nirgends blutig infarcirt. Sie ist nicht verdünnt, bietet überall normale Consistenz. Der Bruch sitzt 1^/2 m unterhalb des Magens; die Bruchschlinge hat eine Länge von 5 cm, das Darmstück zwischen beiden Brüchen eine solche von 15 cm. Die Breite des aufgeschnittenen Darmes beträgt am zuführenden Abschnitt 35 mm, an der obern Schnürfurche 24 mm, in der Mitte der Bruchschlinge 29 mm; an der untern Schnürfurche 25 mm. — Der Bruchsack des median gelegenen, einer tieferen Darmschlinge angehörigen, beim Versuch mit Wasser auf- geblähten Bruches II ist etwas weniger prall gefüllt, als der des ersten, doch immerhin noch ziemlich gespannt, gleichfalls ringsum von einer Fibrin- schicht umgeben. Der Bruchring wii-d durch die beiden Schiingenschenkel und den zugehörigen kleinen Mesenterialabschnitt völlig ausgefüllt. Das zuführende, zwischen beiden Brüchen gelegene Bohr ist massig ausgedehnt und drängt das contrahirte abführende Ende etwas zur Seite; ihre einander zuerekehrten Flächen sind eine kurze Strecke weit mät einander verklebt. Durch Druck auf das zuführende Darmrohr lässt sich kein Darminhalt in die Bruchschlinge einpressen, ebensowenig aus letzterer durch Druck auf den Bruchsack herausdrücken. Erst bei stärkerer circulärer Compression des letzteren spritzt zwischen Bruchring und Bruchschlinge etwas hellgelbe, nicht blutige, seröse Flüssigkeit (Bruchwasser) hervor. Durch fortgesetzten Druck lässt sich alles Bruchwasser, etwa 3 Theelöffel voll, ausdrücken und schliesslich durch Druck auf die nun fühlbare Bruchschlinge auch diese reponiren. Sie ist umgeben von einer sulzigen, nicht blutigen Fibrinmasse, die sich ohne Mühe ablösen lässt. Ihre beiden Schenkel zeigen sich nun mit ihren einander zugekehrten Flächen verklebt und liegen einander völlig parallel; sie sind nicht gebläht; ihr gemeinsamer Umfang entspricht unge- fähr der Weite des Bruchringes. — Die Serosa der eingeklemmten Schlinge ist nur massig geröthet; beide Schnürfurchen sind nur wenig ausgeprägt, besitzen normale Consistenz. Die Bruchschlinge enthält nur etwas zähen gelblichen Schleim, das abführende Darmrohr, das um seinen Inhalt ziemlich fest contrahirt ist, wenig trocknen Koth, wie er sich auch weiter abwärts im Dickdarm und Eectum findet. — Die Schleimhaut des zuführenden Darmes ist lebhaft gleichmässig geröthet und geschwellt, die der einge- klemmten Schlinge ist nur wenig injicirt, die der beiden Schnürfurchen etwas blass, die des abführenden Darmes normal. Abgesehen von der ge- Reiche], Die Lehre von der Brucheiuldemraiing. *](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21209789_0107.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)