Anorganische Fermente : Darstellung kolloidaler Metalle auf elektrischem Wege und Untersuchung ihrer katalytischen Eigenschaften / Kontaktchemische Studie, von Georg Bredig.
- Georg Bredig
- Date:
- 1901
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Credit: Anorganische Fermente : Darstellung kolloidaler Metalle auf elektrischem Wege und Untersuchung ihrer katalytischen Eigenschaften / Kontaktchemische Studie, von Georg Bredig. Source: Wellcome Collection.
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![Der scJiwaivA' Kückstand nimmt zuweilen beim Übergiessen mit Säuren eine graue Farbe an und giebt dann beim Eeiben Metallglanz. Es dürfte hier das metallische Silber mit Spuren von Silberoxyd oder Avahrscheinlicher durch absorbierten Sauerstoff verunreinigt sein, da ich zumeist keine alkalische Eeaktion meiner Silbersole auf rotes Lackmus- papier, die dem gewöhnlichen Silberoxyd zukommt, habe entdecken können. Feuchtes feinverteiltes Silber soll sich nach Skey allerdings schon an der Luft oxydieren und nach Yogel^) sehr hygroskopisch sein. Eine genauere Untersuchung der Frage, wie weit die elektrisch erhaltenen Sole wirkEch metallisch sind, muss besonderen Versuchen Vorbehalten bleiben. Jedenfalls aber hat auch mein Präparat einen starken Gehalt an metallischem Silber, wie besonders daraus hervorgeht, dass es durch Ammoniak und verdümite Säuren nicht völlig entfärbt wird, sondern dass hierzu noch ein Oxydationsmittel, in ammoniakalischer Lösung der Luftsauerstoff, in saurer Lösimg z. B. am besten Ferrisulfat nötig ist. Die elektiisch hergestellten Metallsole können jedenfalls in vorteilhaftem Gegensätze zu den chemisch hergestellten nur das Elektrodenmetall und die Bestandteile des Wassers enthalten und eignen sich daher besonders gut zum Studium der Eigenschaften fein verteilter Metalle. Besonders die Eigenschaften des fein verteilten Silbers dürften Interesse vom photographischen Standpunkt besitzen^). f Elektrische Herstellung von Kadmiirmsol rrnd dessen Eigenschaften. Wenn man auf chemischem Wege durch Eedirktionsmittel kolloidale Metalle in Wasser gewinnen will, so ist es wohl von vornherein klar, dass dies für die wasserzersetzenden Metalle besonders schwierig seiir dürfte, da ja alsdann auch das Eeduktionspotential (messbar als elektr-o- motorische Kraft) des angewandten Eedrrktionsmittels über dem des Wasserstoffgases stehen rrruss und daher das Wasser meist schon direkt von dem Eeduktionsmittel zersetzt werden kann. Nrrr bei sehr kleinen Eeaktionsgeschwindigkeiten der Wasserzersetzrmg durch das Eeduktions- ]irittel und das Metall und grösserer Eeaktionsgeschwindigkeit der Metall- reduktion wird man in der Lage sein, Avässerige Kolloide von Metallen zu erhalten, die unedler sind als V asserstoffgas. Dementsprechend hat man bisher auf chemischem Wege wohl die Hydrosole von Gold, Platin^’), D Vergl. Dämmer: Ilandb. d. anorg. Chem. II (2\ 7.Ö8. *) Vergl. Abegg ii. Herzog: Archiv f. wiss. Pliotogr. I, 114 (1899). Luther: ibid. 1, 274. 0. Loew: Her. d. d. ehern. Ges. 23, 289 (1900). A. W. Scl.midt: Zeitsclir. 1. physik. Ghem. 31, 204 Fussnote (1899). Bredig, Fermente. ,>](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28118467_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)