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Credit: Die complicirten Luxationen / von Albert Schinzinger. Source: Wellcome Collection.
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![Theil nimmt , und Autsaugimg des Eiters in die Knochenvenen er- möglicht, kann man sieh die Entstehung der nicht so gar selten auftretenden Pyaemie bei solchen Verletzungen erklären. Bis nun diese Processe in und um das Gelenk herum abge- lauten sind, ist fast in allen Fällen ein Zeitaufwand von einigen Monaten erforderlich, wobei die Resorption und Ulceration der Knorpelflächen und theilweise auch der Knochenenden die meiste Geduld von Seiten des Kranken und Arztes in Anspruch nehmen. Nicht selten dauern Gelenkfisteln und partielle Nekrosen noch viele Monate hindurch an und verhindern den Gebrauch des Ghedes. Welche Zufälle können und werden sich wohl während dieser Zeit noch einstellen, und. gar oft das erstrebte Heilresultat trüben? Ab- gesehen von den unerträglichsten Schmerzen, welche sich während und nach den Reductionsversuchen einstellen, möchte ich nur auf die Gefahren aufmerksam machen , welche eine Zerrung, Ausdeh- nung mid Reizung der nach der Luxation kaum zur Ruhe gekom- menen Muskeln wieder hervorrufen; unwillkührliche Zuckungen, spastische Contraktionen, welche den reponirten Knochen oft wieder aus seiner Lage herausbringen, ein Reizzustand des ganzen Nerven- systems, Convulsionen, delirium nervosmi, ja selbst trismm und tetanus haben schon den Eifer des allzu conservativen Wundarztes belohnt. Diese misslichen Folgen der Reposition haben Malgaigne *) zu dem verzweifelten Rathe gebracht, dass man die Luxationen wieder er- zeugen müsse, wenn die Einrichtung allzu bedenkliche Erscheinun- gen herbeiführte. Bleibt der Verletzte auch von diesen rapiden Zufällen der Gangraen und des Tetanus verschont, so kann die copiöse und lange anhaltende Eiterung im Gelenke seine Kräfte erschöpfen, die Eiteraufsaugung dadurch begünstigen und nach Monate langen un- säglichen Leiden und Gefahren hat er zuletzt noch die Absetzung des betrolTenen Gliedes als letzten Rettungs-Versuch zu erstehen. *) Malyaigne: Tratte des fractures et des lu.vatiotis erzählt einen Fall von comp]. Luxation im EUbogcngelenk, bei welcher der Wundarzt (Frera) die Luxation am zweiten Tage wieder erzeugte, weil nach der Einrich- tung der Vorderarm vom Brande bedroht schien, am 2L Tage erlaub- ten die beschwichtigten Zufälle den Humerus zu reseciren!](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22323405_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)