Omaggi a Galileo Galilei per il terzo centenario dalla inaugurazione del suo insegnamento nel Bò / pubblicati per cura della R. Accademia di Padova.
- R. Accademia di scienze, lettere ed arti in Padova
- Date:
- 1892
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Credit: Omaggi a Galileo Galilei per il terzo centenario dalla inaugurazione del suo insegnamento nel Bò / pubblicati per cura della R. Accademia di Padova. Source: Wellcome Collection.
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![Emil Wohlwii.l. * 4] bene come a’ filuorichi gli ha dato anco il cervello per poterle in- tendere e capire]. — Wenn es dem gelehrten Forscher geniigt in irgendeiner Form der Welt zur Kenntniss zu bringen, vvas er selbst erkannt hat, so kennzeiclmet es den Drang des Lehrerherzens, dass ihm iiLir diejenige Form der Mittheilung als die angemessene er- scheint, die das neue Wissen mit Sicherheit den weitesten Kreisen erschliesst, mehr nodi, dass ihm dabei als erhofftes Ziel die weitere Wirkung vorschwebt, neue jugendliche Krìifte fur die Wissenschaft zu werben und zu begeistern. Die eigentliche Wurzel aber dieser hochherzigen Denkweise, wo anders haben wir sie zu suchen, als in der tiefen Wahrheitsliebe, die den grossen Mann in gleichem Masse beseelt, wo er als Forscher den Geheimnissen der Natur und wo er als Vorkampfer der Geistes- freiheit dem Autoritàtsglauben gegeniiber steht, die ihm die Er- klarung auf die Lippen treibt: er sei bereit, sein Leben bei Wcisser und Brod im Gefàngniss zu verbringen, wenn er dafiir die Gewiss- heit erlangen konnte, bei der Riickkehr in die Freiheit Klarheit iiber die Natur und das Wesen des Lichts zu gewinnen, und die ihn im Herbst 1623 von Urban Vili treten lasst, um ihn zur Auf- hebung des Decrets gegen die copernicanische Lelire. zu veran- lassen. So bin idi angelangt, wo idi am liebsten verweilte, wo es leichter ist anzufangen, als aufzuhòren. Galileis Wahrheitsliebe was fiir ein herrliches Thema fiir den 7 December, aber zugleich was fùr ein gefàhrliches ! Den dieser Tag soli ein Fest des Friedens be- zeichnen, und — Galilei ruhmen als den Mann, fùr den « non era vizio più detestabile della bugia », fùr ihn eintreten als den Mann der « erhabenen und unùbertrefflichen vollkommenen Aulrichtigkeit », wie ihn Mach in seiner Geschichte der Mechanik genannt hat — das geht heutzutage seltsamer Weise nicht wolil an, oline den tùchtigen und ernsten Gelehrten diesseits und jenseits der Berge, die es besser wissen wollen, zu ernstem Streite den Fehdehandschuh hinzu- werfen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28039014_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)