Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz.
- Hippocrates
- Date:
- 1910
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Credit: Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz. Source: Wellcome Collection.
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![gehegte Ansicht und Gesinnung^^ bedeutet. ^ Es mag dies als eine erste Mahnung gelten, unserem Schriftchen ein nicht unerhebliches Alter zuzusprechen. Dieselbe wird durch die Wahrnehmung ver- stärkt, daß diese Wortanwendung eine mit Rücksicht auf den ge- ringen Umfang des Buches geradezu häufige zu nennen ist. So heißt es auch 7 von den Ärzten, deren Zustand mit jenem ihrer Patienten verglichen wird: ol jjev yaQ vyiaivovarj yvcopn] /aeff vyiaivovTOQ acofiaroq hyx^ioiovGi („denn diese gehen gesunden Geistes mit gesundem Körper daran“) — so daß das in Rede stehende Wort den Gegensatz, wie oben zu einem leiblichen Organe, so dies- mal zum Leib überhaupt bildet. Am nächsten steht dieser Wendung eine Phrase des Kritias (bei Galen XVIII, 2, 656 = Diels, Vorsokratiker 625, 27): yiyvcoaxovaiv ol ävdocoTCoi, sY riq vytocYvei rfj yvojixi] u. desgl. (ebendort) ein Bruchstück des Sophisten Antiphon (Vor- sokratiker 592, 13; 81 Blaß): tiügl yäo ccvOoconoig Ij yvoj^i] rov GtüfjiaTOQ riyeiTai xal elg vyUiav xcu vöaov xai dg ra äX\u ndvra. Ungleich bemerkenswerter ist jedoch die dritte Stelle, welche uns in dem zweiten, einer metaphysischen Erörterung gewidmeten Paragraph unserer Schrift aufstößt: ei yäo dlj eari y idetv rä al] kövra cogtisq rä kövza, ovx oiö' öncog civ rig cciirä vofjuGSie p; hövra, ä ys 817] xal öcpdal^xoTaiv läelv xal yvc6fx7] vajaai (bg eariv („denn wenn das Nichtseiende zu sehen ist wie das Seiende, so weiß ich nicht, wie man es für nichtseiend halten kann, — was doch mit Augen zu schauen ist und mit dem Geist zu erkennen als ein • • Seiendes“), womit man sofort vergleichen mag jenes durch die Über- lieferung arg entstellte, aber in dem für unseren Zweck belang- reichsten Teile unversehrte Bruchstück aus dem ersten Buch der „Wahrheit“ des Sophisten Antiphon (Vorsokratiker 591, 16; 81 Blaß), welches ich nach Bernays (Rhein. Mus. 9, 256 = Ges. Abhandl. I, 87f.) und Sauppe (De Antiphonte sophista, p. 10) einst also zu ordnen versucht habe (Beiträge zur Kritik u. Erkk, I, 44): evY TS )^6ycp zavrabl yvcbGsi, sv de ovbsv avxb (xad' savroy' ovrs ovv öifjsi öoä fjLaxoÖT7]Tcc ovTS äif yvcüfjy yryvcoGXoi ö /Liäxo chra yryv(/)GxcüV. Und nicht viel anders drückte sich Kritias (Vor- sokratiker 625, 25) aus, welcher — so sagt uns Galen a. a. 0., dem auch das zweite antiphontische Bruchstück verdankt wird — kv rcb TiocijTCp YAcfooiaacp rdÖs yoä.(fi£i ’ pijTS ä tco äXXqi Gcbpari aiodüvsTai pi7]TS ä ttj yvmfjLTj yiyvojGxsi, und der auch sonst (nach eben diesem Gewährsmann) das fragliche Wort in dersell)en, gleichwie in einer anderen Schrift unablässig im Gegensatz zu den](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28982915_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


