Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz.
- Hippocrates
- Date:
- 1910
Licence: In copyright
Credit: Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz. Source: Wellcome Collection.
171/200 page 159
![Seite li]vrjc, CO ävÖQsg, iv ic'o nloico 7ileo)V cp ^irQ(üö)]g ovxog, 6v cpacnv vn' ipcov cmo- Octrelv' inleopiev 8e xie., und zwei Zeilen darauf wieder avvenlst. Daß Antiphon „dadurch seiner Auseinandersetzung das Grepräge der Schlichtheit verleihen“ wolle — dieser Behauptung v. Morawskis (Ztsch. f. öst. Gymn. 1879, 164) zuzustimmen, hindert mich die Wiederkehr derselben Erscheinung bei den übrigen Vertretern der gleichen Stilphase. So scheut sich Anaxagoras (Fgm. 7 Mullach = Vorsokratiker 319, 19) nicht, innerhalb weniger Zeilen xivelv, xivsopcBvov^ exit^ycre, xivsofXBvcov und in denselben vier Zeilen anBxqivBTO, diBxpidr], öiaxQtvof.iBvcov, diaxq'ivBffdai zu gebrauchen. Nicht viel anders in Fgm. 6. Daher auch die Kritik dort gleichwie bei Diogenes von Apollonia Fgm. 2 = Vor- sokratiker 334, 12 (wo ich schreibe: bI tovtcov tl fjv stbqov, tö btbqov tov ^bqov^ BTBQOv Bov Tcj löu] (fvcTBi xcil TcovTO BOP — cjTBQoiovTO xTB.) dui’ch keine hierauf bezüglichen Skrupel gebunden ist. Zahlreiche Beispiele enthält die Schrift ,,Vom Staate der Athener“, die gleich in den ersten Zeilen bIIopto, ilöpcBvot und wieder bXIovto^ desgleichen ovx snaivoo ötä tööb und sogleich wieder: öta fAsv ovp lovTO ovx BTiaivCo darbietet. Ebenso l 3 innerhalb acht Zeilen: otto- Tcbv (XQ/COP, TOVTCOP fABP löjp CXQ/COP, BP TCO pLI] aVTOg (XQ/BiP TCCVlCxg Tug uac uqxäg, zovg dvpaicoTÜiovg uq)(BiP, onouac 8 bcgIp dq/ai und lavzag 'Ci]zbl 6 8iifiog dq/Btp. Das Verkennen dieser Neigung hat insbesondere den Text Herodots vielfach geschädigt; vgl. unsere Bemerkungen in Ztsch. f. öst. Gymn. 1859, S. 446; auch die dort angeführte Stelle I 114: BnacCB . . . BnatCB 8s .. . ist seither, Eevue de philol. X 60, mit Unrecht angefochten worden, nicht minder II 1: nspdog noLslcrdcxL nach nspdog snonicjazo, Mnemos. N. S. XI 122. Wie ganz anders es in diesem Betrachte Isokrates hielt, mag man bei Blaß II 165 nachlesen. ^ Die Abschnitte laufen jedesmal in eine scharf pointierte Wendung 10 wie in eine Spitze aus. Wie es den einzelnen Sätzen an abrundendem Füll- werk gebricht (an nqoadqxaig zlgIp opoficxzcop, lpcx 6 xvxXog sxnXrjqcodfj, um mit Dionys, de comp. verb. c. 22 zu sprechen), so fehlt es dem Ganzen an wohl- geglätteten Übergängen und inniger Verschmelzung der Teile. Die Kürze derselben und die überscharfe Markierung der Einschnitte entspringt, wenn ich nicht irre, einer gewissen Kurzatmigkeit der Gestaltungskraft im Verein mit starkem rhythmischem Gefühl, welches die Abschnitte fast wie Strophen behandelt, und zugleich auch dem Streben, die mühsam erarbeiteten Originalgedanken möglichst plastisch hervortreten zu lassen. Es zeigt sich hierin eine frühe Phase des Prosastils, gleichwie uns ähnliches noch heutzutage bisweilen in den Erstlingswerken talentvoller Schriftsteller und vor allem in den Schriften geistreicher Frauen begegnet. 1 Blaß II 135ff. 11 ^ Vgl. Heraklit Fgm. 21 Bywater (Vorsokratiker 67, 2): zo /.isp rj/xiav zo 88 ijixiffv nqrjazr^q^ Herodot I 32: nqoqqitovg dpszqsyjsp, und kurz vorher: nolh]c fZEP BGZLP i8stp, oder III 82 z. E.: ov f<\p cicfisn’op (vgl. Hermogenes ÜBqi i8sdjp B 12 = Khet. gr. II 421 Spengel). Ebenso Protagoras in dem bereits mehrfach angeführten Bruchstück: nag fcxq zig ficp oqoop. — Den Hiat meidet unser Autor gleich den Dichtern mehrfach mittelst der Elision und durch Verwertung des paragogischen p, nicht aber durch die Wortstellung, selbst wo diese jenem Zweck gar leicht dienstbar gemacht werden konnte. Auch hierin berührt er sich mit Herodot, mit Protagoras und Gorgias. ^ Unsere Schrift nimmt auch in diesem Betracht eine Mittelstellung ein zwischen dem genus grande und dem genus tenue. Jedoch steht sie dem ersteren wohl erheblich näher als dem letzteren. Die zb/pz/, die zv^q, die Natur,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28982915_0171.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


