Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz.
- Hippocrates
- Date:
- 1910
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Credit: Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz. Source: Wellcome Collection.
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![fiaXXop )) d/uadir]. Auch Verbiudungen wie övväfuevog de did Gocpirjv (1), Ttjv niaiiv TO) nh)6si (14), 6fj.oXoY>](Teioa Tiaod nd(jLv (4), wo vnb ndvioiv so viel näher lag, oder dtd navibg noielv kurz nach nocet und unmittelbar vor neql tovtov (3) werden kaum zufällig sein. Und dies gilt auch von Protagoras in: — ij xe dÖ7]X6it]g yial ßqaxvg eiop 6 ßiog lov dvdqconov, oder in: 0v(Tiog xai daxi/acog ötdna- xalb] decrac, xal dnb veöirjiog de dq^afxevovg det (nicht f^ocvdävecv. Wie wenig die Alliteration mit gorgianischem „Parisosengeklapper“ zu tun hat, kann das Beispiel des Demosthenes lehren. Vgl. Volkmann, Die Rhetorik der Griechen und Römer ^ 516. ® Wie viel auf Hermias zum Phädrus p. 192 Ast zu geben ist, der die XVqcole^La des Protagoras hervorhebt {dcd fdq tcov xvqccov opofidzcov ixeir/q/eio 6 Hqcüiaföqag t'ov Ibyop xal ov dtbc naqaßoXcop xal entdeiojp), steht dahin. Doch bedarf es dieses Zeugnisses nicht, da die Bruchstücke und die platonische Nachahmung vernehmlich genug sprechen. Vgl. Einleitung S. 10. Als besonders charakteristisch mag noch hervor- gehoben werden 5 das Satzglied: xal bxe eßXäßqcrap xcc ßXaßfjpat bxc qp xt xb ßXäipap, und wieder bei Plato 317’^: xal evXdßecap xavxrjp otfxac ßeXxio) exeipqg ecpai^ xb OfioXoYsHp fxdXXop v t6 e^aqpop ecpai. Man beachte, daß Prota- goras hier noch keine eigentliche Rede hält, sondern sich mit dem eben ein- getretenen Sokrates und dem jungen Hippokrates allein unterhält. Darum dürfen wir in dem Nachdruck, der Feierlichkeit und der übergroßen Deutlich- keit der Rede um so sicherer die persiflierende Absicht erkennen. Dies gilt ebensosehr von 316*^: eavxo) avpecpai ag ßeXxiovg eao^epovg dcd xrjp eavxov (Tvpovacap, ferner von d—e: xal 6 pvp exc cop ovdepbg rjxxcop (7oq)c(7x^g'Hqödtxog b 2^rjXv/.ißqiap6g, xb de dq/acop Äle^a qevg. Am unverkennbarsten tritt aber die Parodie protagorei'scher Überdeutlichkeit 334® zutage in dem Satze: baop (.iopop xljp dvcfx^qsi'f^v xaxaoßeaac xrjv enl xacg at(jd)]ae(TC xacg dcd xcop qcpcop fAepqp SP xocg acxiocg xe xal bipocg — eine Stelle, die von völlig grundlosen Änderungsvorschlägen heimgesucht worden ist. Die persiflierende Tendenz erhellt ebensosehr aus dem Kontrast zwischen der gesuchten Redeweise und der Widrigkeit des Gegenstandes, dem üblen Geruch der Nahrungsmittel, welchen der Gebrauch des Öles zu mildern bestimmt ist, als aus dem un- mittelbar darauf losbrechenden Applaus der Hörer. Man gedenkt unwillkürlich Molieres, der die Redeweise der „Precieuses ridicules“ verspottet, indem er seinen Mascarille statt: ,,Riechen Sie an diesen Handschuhen!“ sagen läßt: „Heften Sie ein wenig auf diese Handschuhe die Reflexion Ihres Geruchssinns!“ Wenn übrigens Protagoras sich wirklich jemals so ausgedrückt hätte, wie ihn Platon hier sprechen läßt, so hätte er etwas getan, was ihm sehr hoch ange- rechnet werden müßte. Er hätte es versucht, zwischen Sinnesempfindungen und ihren Objekten gleichwie zwischen den ersteren und den sie begleitenden Lust- und Unlustgefühlen scharf zu unterscheiden — ein Streben nach Prä- zision des Gedankens und des Ausdrucks, von welchem jenes Zeitalter nicht zu viel, sondern, wie Platons eigene Erörterungen, nicht zum mindesten auch in eben diesem Gespräche, zeigen, viel zu wenig besessen hat! Vgl. Plato, Protag. 325*^: bxc xb ^ep dlxacop, xb de ddcxov xxe., und noch mehr 334^® — eine Stelle, an welcher Platon, wie Peipers a. a. 0. S. 46 richtig bemerkt, den Sophisten „einige Kenntnisse in medizinischen Dingen verraten läßt“ — und in unserer Schrift 5: tj fdq dacxctj rj noXvcpaxci] xxe. ® Paradoxe Wendungen begegnen im Dialog 326®: dXX' ov xq^ Öavfxd'Cecp, dXXd noXv iidXXop ec fxrj dcdaxxöp, in Jleql xexprjg 8: oc fiep ovp xavxa Xefopxeg xxe.., in geringerem Grade 5: xal eaxcp ovdh fjaaop xxe. Hierher gehört auch das](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28982915_0180.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


