Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz.
- Hippocrates
- Date:
- 1910
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Credit: Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz. Source: Wellcome Collection.
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![Seite Ts/puL bezügliclieu Beweisführung (2). Ebenso weit, wenn nicht weiter ver- breitet als der Glaube an' die Existenz der texpcxl, war jener an das Dasein von Göttern; und wem in jenem Falle die Frage zulässig erschien: Woher sonst als aus dem wirklichen Bestand der lexpcct hätte der Glaube an ihr Dasein erwachsen können? — dem mußte, so mag jemand meinen, auch das Dasein von Göttern auf Grund der gleichen Beweisführung als zweifellos gelten. Hierauf erwidere ich, daß unser Anonymus jenes Argument eben nicht mit starrer Konsequenz angewendet hat, wie die auf das aviö^iaTOP bezügliche Er- örterung unzweideutig lehrt. Auch sind wir, da uns die h uXXoiat XoffOKsi (3 init.) gegebene vollere und deutlichere Ausführung des ontologischen Argu- mentes unbekannt ist, nicht imstande zu beurteilen, ob und inwieweit jene Einschränkungen seiner Anwendung gerechtfertigt oder erklärbar sind. Jeden- falls besteht zwischen den zwei Fällen ein tiefgreifender Unterschied. An das Dasein von Göttern glaubte die ungeheure Mehrzahl der Menschen, aber die Vorstellungen in betreff der Götter weit waren bereits als von Volk zu Volk und von Zeitalter zu Zeitalter vielfach schwankend und veränderlich, ja auch (zumal durch Xenophanes) als in sich widerspruchsvoll erkannt worden. Von den je/vat hingegen galt nichts ähnliches. Man glaubte nicht bloß an ihre Existenz, sondern ihre eXdsa standen sicher und scharf Umrissen vor dem geistigen Auge der Gebildeten. ^ Ein Beispiel statt vieler liefern Galens höchst merkwürdige Mitteilungen über die Schicksale, welche mehrere seiner eigenen Schriften noch bei seinen Lebzeiten erlitten hatten (De libris propriis XIX 8 sqq. K.). ^ Zu dem, was Littre in diesem Betracht mehr oder minder sicher er- 30 mittelt hat (VI 88), möchte ich noch eines hinzufügen. Die Schrift De prisca medicina verrät einen direkten polemischen Bezug gegen das Buch De victu. Man vergleiche: De prisca med. 20 init. (I 620 L. = I 24 Kühlewein). Ae^ovai ds Ttveg aal irjTQol aal aoqjt- Gial (hg ova spl [pyparop secl. KeinholdJ ir]iQiar]v etdepac öaiig fii] oHdep o tI egtip äpdQConog, dXXlx tovto ÖeX (1. Öecp) aaia- fiadsiP TOP ^sXXopia oqßcög ÖEQanEVGELP Tovg (tpdq(hnovg' teLpel 8e aviocg 6 Xofog EC (piXoGOcpirjp, aadcATiEQ ^hEfinEÖoaXrjg 1) äXXoi oc TiEqi (pvGiog fEf^XicpaGiP <((5etx- vvaGiP?y E^ ö Ti EGTiP apßqoänog aal onoig ejepeto tiocotop aal otioOep GyPEnafr]. ^ Die Gründe, welche v. Wilamowitz neuestens bestimmt haben, den JSofxog dem Demokritos beizulegen (s. das Motto seines Herakles, Bd. I), sind mir unbekannt. Gelingt es ihm, diesen Nachweis zu führen, so wird man sich freuen dürfen, das schöne und gedankenreiche Blatt mit dem Namen eines Denkers und Schriftstellers ersten Banges schmücken zu dürfen. 2 Die von Bernays, a. a. 0. 466f. = Ges. Abhandl. I 119f., geäußerte Ver- mutung, daß die XpiiXoflai des Protagoras wieder ein anderer Titel seiner dialektischen Hauptschrift seien, scheint mir so wenig als Schanz (Beiträge zur vorsokr. Philos. I 31) ausreichend begründet. Nebenbei bemerkt, sollte De victu I 2 (VI 468 L.). 0i]fAi ds dsLV TOP /AsXXoPTa öqßcög GVfYQÜ(f)ELP nsql ÖLaiTqg (XpßqcoTtlptjg nqoj- TOP fisp napTog (pvGLV äpßqoonov fpcopat aal dtaYvcopaL’ ypohpat ^ep (mb tLpcop GVPSGTTjaEP E^ dox^jg^ öiafpüjpai ds vnb tIpcop /ueqe(op asaqäTqTai' eite tIjp s^ dQxqg GVGTaGiv fri] aTS.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28982915_0183.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


