Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz.
- Hippocrates
- Date:
- 1910
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Credit: Die Apologie der Heilkunst : eine griechische Sophistenrede des fünften vorchristlichen Jahrhunderts / bearb., übers., erläutert und eingeleitet von Theodor Gomperz. Source: Wellcome Collection.
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![* Seite geschrieben waren (XV 21 f. Kühn, XVIII 2, 630); er erörtert mehr als einmal die Schreibungen, welche ein Rufus {dvljQ (pvXäaasii^ . . . del nstqio^isrog rag naXacdg fqaipag) und ein Sabinus als die ältesten bezeichnet hatten (XVI 468, 474, 636), — und wenn er nun den zwei im Text genannten Herausgebern dreiste Xeuerungssucht in dialektologischer gleichwie in vielfacher anderer Rücksicht, zum Teil mit eingehendster Begründung, vorwirft (so XIV 474, XV 22, XVIII 2, 631), so sollen wir ihm trotz alledem die schlimmste Ignoranz Zutrauen und voraussetzen, ,,daß vielmehr Galen sich durch pseudionische Texte täuschen ließ“? Ich will keineswegs behaupten, daß der vielbeschäftigte Arzt und unermüdliche Vielschreiber zugleich ein gediegener Textkritiker war, aber seine tatsächlichen Angaben über das, was in den Texten des Hippokrates alte Überlieferung war und was darin von seinen Zeitgenossen geneuert ward, werden wir für völlig glaubwürdig halten müssen. ^ Vgl. ,,Beiträge zur Kritik und Erklärung griechischer Schriftsteller“ III 32 (592). ^ iieij ist Littres schöne Besserung, die er aus des Vind. gewonnen 74 hat. Sie wird durch M’s Schreibung atjir] glänzend bestätigt. Genau in der- selben Verhüllung tritt das Wort nicht weniger als dreimal nacheinander bei Demokritos auf (ap. Sext. Emp. adv. math. VII 135—137 = 220f. Bekk.), wo Estienne und Menage gebessert haben, ovösz entnehme ich gleichfalls M, während 6 das an sich nicht minder mögliche ovösvög darbietet. ^ Wer unsere Vermutung teilt, daß der Verfasser von Ueql zexvrjg ein 80 Abderite gewesen sei, wird es vielleicht nicht für ganz irrelevant halten, daß der Name dieser Stadt in den attischen Tributlisten als Habdera erscheint. Die Bruchstücke Demokrits sind zu schlecht überliefert, um bei Erörterung derartiger Fragen ernstlich in Betracht zu kommen. Doch lehrt uns das in einer Korruptel bei Clem. Al. Strom. I 357 Potter erhaltene xw, daß Demokritos jedenfalls in diesem und in verwandten Wörtern die x-Formen gebraucht hat. ^ Tjcho Mommsen schreibt, Beiträge zu der Lehre v. d. griech. Präpos., 83 Frankfurt 1887, S. 112, Anm. 50: „Denn in der Ionischen (Prosa), abgesehen von dem höchst unsicheren Gebrauch des Hippokrates, wird dieser Genetiv“ (nämlich in der „Verbindung des ^eiä mit sachlichen Begriffen, nament- lich abstrakter Art“, die vor Euripides kaum nachweisbar ist) ,,im Singular ganz, im Plural beinahe ganz vermieden.“ Mommsen übersieht hierbei, daß in dem Bruchstück des Demokritos bei Clemens a. a. 0. dnodei^sojg klar überliefert ist. Außerdem vergleiche man De prisc. rned. 10 (I 594 L.): fxszd (Tzqöcf ov ZS y.ni yjöqjov, und 17 (1 612 L.): fxszd dvva^iav. (ivz ist dieser Schrift völlig fremd. Auch Nöaog 2 (IV 640 L.) begegnet {isza (pqovqaiog. Weniger hat es zu bedeuten, daß auch dzdq diesem wie manchem anderen Bestandteil der hippokratischen Sammlung, darunter auch einem der ältesten, nämlich der Schrift über die Kopfwunden, fremd ist. Nichts will das Fehlen von nd^xv und y.uqza besagen, da unsere Schrift überhaupt kein Beispiel einer Verstärkungspartikel aufweist; das gleiche gilt von ficr, da avzo gar nicht, avzoz und avzi)v zwar zusammen viermal — 5 (bis), 10 und 11 —, jedoch mit stärkerer Betonung auftreten, als daß wir füglich das enklitische ^iv erwarten könnten. In betreff des Partikelgebrauches unseres Autors sei noch bemerkt, daß er ^n)v nur in drei Verbindungen verwendet. Wir finden ov nqv — ovzs — ovzs 8 fin. und ov schlechtweg 5 init. und 11 init., also hierin mit Thukydides (ov — ovÖs) übereinstimmend. Ferner y.al — ye 7, wie bei Antiphon mehrmals in der 5. Rede. Endlich ye (^qv 9 fin. und 10 init., letzteres in Übereinstimmung mit Pindar, den Tragikern usw. cdXd ^iqv und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28982915_0187.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


