Klinische Beiträge zur Thure-Brandt'schen Behandlung der weiblichen Sexualorgane / von Leopold Fellner.
- Date:
- 1890
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Credit: Klinische Beiträge zur Thure-Brandt'schen Behandlung der weiblichen Sexualorgane / von Leopold Fellner. Source: Wellcome Collection.
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![musste daher auch in diesen Fällen durch Einlegung eines Fessariums die erreichte Anteversionsstelluug des Uterus zu sichern trachten. Immerhin lehren aber diese Fälle, wie man durcli die Uterushehungen, falls sie Monate lang fortgesetzt würden, Bedingungen zur hleihendeii Anteversion des Uterus schaffen könnte, und welchen Xutzen diesell)en für eine erfolgreiche Pessarienheliandlung schon nach kürzerer An- wendung bieten. Wenden wir uns nun der Gruppe II zu, so stossen wir vor Allem auf 2 Fälle von Eetroversio-flexio fixata, welche durch die tiefe Erkrankung und die zahlreichen Complicatiouen unser besonderes Interesse in Anspruch nelimen. Da deren pathologischer Befund grösstentheils ühereinstimmt, wollen wir sie gemeinschaftlich hetracliten. Es sind dies die Fälle I und II. Beiden gemeinsam ist: die hoch- gradige chronische M e t r i ti s des Cor p u s u n d des Collums. das b e d e u t e n d e L a c e r a t i 0 n s e c t r 0 p i u m, d i e E r o s i o n, die Endometritis, die P a r a m e t r i t i s posterior 1) i 1 a t e r a 1 i s chronica und die Perio*ophoritis hilateralis clironica. endlich der Vagina 1 p r o 1 ap s. Im Falle I ist ah er d e r Uterus auch sinistroponirt, bedingt durch eine linksseitige parametritische Schwiele und ist überdies das rechte Ova- ri 11 m gegen die B e ck e n wand fixirt. Im Falle IV ist d e ]■ Uterus nach h ei den. Seiten hin durch eine dicke, resi- stente, em pfin d 1 iche p ar ametrische Nar b e iinhe weg 1 ich f e s t g e h a 11 e n. Nach vierzehnmaliger Behandlung war der Uterus im Falle I schon in vollständige Anteversion zu bringen und im Falle IV nach zehnmaliger Behandlung. Zu Ende der Behandlung war die Metritis des Corpus geschwunden, ebenso die Endometritis und die Erosion; die parametritische Schwiele war Aveich, dehnbar und unempfindlich geworden, die Perioophoritis der einen Seite vollständig geheilt, die der anderen bis auf Spuren beseitigt. Im Falle I Avurde das rechte Ovarium von seiner Fixation so Aveit befreit, dass es nur noch in lockerer Anheftung sich befand. Nicht geheilt Aviirde die Hypertrophie der Vaginalportion und das Ectropium. Der Vaginalprolaps ist im Falle I kleiner geAvorden, im Falle IV fast unverändert. In beiden Fällen konnte der Uterus durch eingelegte Pessarien in Anteversion erhalten Averden. Z Av e i a n d e r e F ä 11 e d i e s e r G r u p p e {II u n d VIII), Avelche ebenfalls in iiirem pathologischen Befunde viel Uebereinstimmendes liahen, Avill icli gleichfalls gemeinsam ahhandeln. Dieselben bieten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21917784_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)