Klinische Beiträge zur Thure-Brandt'schen Behandlung der weiblichen Sexualorgane / von Leopold Fellner.
- Date:
- 1890
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Credit: Klinische Beiträge zur Thure-Brandt'schen Behandlung der weiblichen Sexualorgane / von Leopold Fellner. Source: Wellcome Collection.
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![und iiacli allen Seiten beweglich gewonlen. \'aginalportion nach allen Kiclitungen heweglich, nach rechts etwas eingeschränkt. Hezüglich der Inversion der hinteren Sclieidenwand war hei diesem Falle von vorneherein klar, dass nur eine Abtragung der hypertro- phirten Schleimhaut der hinteren AVand nützen könne. Ich wollte jedoch den AAn-such machen, zu prüfen, was die Uterushehungen in einem solchen Falle vermögen. Besserung trat ein, aber sie hielt nicht an. AVas die d Frolapsfälle anhelangt, welche ich in Behandlung genommen, so zählen dieselben, nach den bisher bekannt gewordenen Indicationen für diese Behandlung, gewiss nicht zu den günstigen. Ich habe die Behandlung auch nur unternommen, einerseits weil sich mir kein günstigerer Fall darhot und andererseits weil mich das wissenschaftliche Interesse bewog, auch hei solch ungünstigen Fällen die ]\Iethode zu erproben, wenn dieselbe auch ein grösseres Opfer an Zeit und ]\Iühe heansprucheii und vielleicht nicht zum Ziele führen sollte. Ich huldige der Ansicht. Avelche gewiss viele Andere theilen, dass man. um die Indicationen einer neuen Therapie festzustellen, der Wissenschaft und den Kranken einen grösseren Dienst leistet, wenn man diese ^Methode seihst in verzweifelten Fällen versucht, als wenn man von vorneherein nur die günstigsten Fälle auswählt und die minder günstigen mit vornehmer Abwehr von der Schwelle weist. Es ist mir zwar nur gelungen, einen dieser ,3 Fälle als voll- ständig geheilt vorzuzeigen, ich glaube aber, dass ich auch hei den anderen hätte Heilung erzielen können, Avenn diese Frauen ehensoAiel Ausdauer bei der Behandlung gezeigt hätten, wie ich. Dieser eine Erfolg, Avelchen ich aber hei einer so scliAver heil- baren Patientin errungen, lohnt reichlich die Mühe des Versuches. Doch Avar auch die Behandlung der beiden anderen Fälle nicht ohne Werth für die Methode. Der 1. Fall (Fall XII) betrifft eine schlecht genährte, decrepide, 47 Jahre alte Person aus dem Arbeiterstande, Avelche sich bereits im Climax befindet, mit hochgradig atrophischen Bauchdecken und eben- solcher Beckenmusculatiir. Es besteht Prolapsus totalis, beide ScheidenAvände sind invertirt, die vordere vollständig (hochgradige Cystocele), die hintere zum grossen Theile. Der Uterus ist ganz aus dem Becken herausgetreten, derselbe befindet sich in seniler Kückbildung. denn auf einem auffallend stark hvpertrophirten Collum l)efindet sich ein relativ kleines Cori)us. Der Prolaps besteht l)ereits seit 14 Jahren. Patientin ist Avährend der Behandlung stets auf den Beinen und muss dabei ihre häuslichen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21917784_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)