Von Kahlden's Technik der Histologischen Untersuchung Pathologisch-anatomischer Praparate.
- Gierke, Edgar.
- Date:
- 1909
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Credit: Von Kahlden's Technik der Histologischen Untersuchung Pathologisch-anatomischer Praparate. Source: Wellcome Collection.
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![(Eine im Prtnzip ganz almliche Fiirbungsmethode kann man noch fiir viele andere Gewebselemente auweuden: Gallenkapillaren, cuticulare Substanzen an den Uierenepithelien und sonstigen Epithelzellen, Milzstrukturen, doppelt lichtbrechende Substanz der quergestreiften Muskeln usw.) Leider haftet dieser ausgezeichneten Methode der Fehler an, dafi sie nicht selten versagt, zumal bei septischen, tuberkulosen usw. Leichen. Am ehesten lassen sich Mifierfolge durch strengste Befolgung der von Weigert selbst angegebenen Vorschriften vermeiden (Beitriige zur Kenntnis der normalen mensclilichen Neuroglia, Frankfurt 1895; Ar- tikel „Neurogliafarbung'' in der Enzyklopiidie der mikroskopischen Tech- nik). Besonders wichtig: moglichst lebenswarmes Material, diinne Scheiben, alsbaldiges Fiirben der Schnitte nach der Reduktion bezw. nach der Kontrastfiirbung, Ameisensaure und Jodlosung genau nach Yorschrift, Sorgfeltiges Auswaschen in Xylol, FlieBpapier (Flinsch, Frankfurt, Filtrierpapier Nr. 1116). Die Celloidin- (oder Paraffin-) Blocke miissen moglichst bald geschnitten werden. Die Modifikationen der WEiGERT'schen Gliafarbung konnen die Mangel in der Sicherheit der Methode nicht beseitigen. — Entgegen der Vorschrift Weigert's bevorzuge ich die Paraffineinbettung (rasches Nachharten in Alkohol oder besser in Azeton [2 Stunden im Brut- ofen]). Statt der gesattigten alkohohschen Methylviolettlosung venvende ich neuerdings mit gutem Erfolg eine Karbolmethylviolettlosung: Gesattigte wasserige Methylviolettlosung 100,0 Klarbolsaure 5,0 Alkohol absolut. 10,0 In dieser Losung werden die aufgeklebten Schnitte V2—1 Stunde lang im Brutofen gefarbt. Jedesmal beniitze ich zwei Methylviolett- losungen, eine von Methyl 5B an erster und eine von Methyl B an zwei- ter Stelle; letztere hat eine rothche Nuance im Violett; dadurch tritt oft auch das Grliaprotoplasma, wenigstens an den groBen Spinnenzellen, hervor. AuBerdem bleiben viel seltener die sonst so lastigen Jodkristalle zuriick. Die WEiGERT'sche Ghafarbung bringt nur die menschliche Neu- rogha zur Anschauvmg. Doch laBt sich nach unseren Erfalu-ungen die pa;thologisch vermehrte GUa auch bei Tier en nicht selten mit dieser Methode darstellen, wenn man das Karbolwasser-Methylviolett verwen- det und wenn man event, den aufgeklebten, entparaffinierten Schnitt noch einmal beizt, am besten mit einer 2V2-proz. Losung von schwefel- saurem Eisenammoniumoxyd. n. Farbung nach Benda. A. Hartung. 1) Formalin (10-proz. — rein!) 2 Tage. 2) Mebrtagige Beizung in Weigert's Gliabeize im Brutofen; danacb W fliSS 6rn ■ 3) ]Sfachbeizungfiir2TageinO,6-proz. Cbromsaurelosung; danacb Wassern (24 Stnnden). 4) Entwassem in steigendem Alkohol, Paraffineinbettung. B) Schneiden und Aufkleben der Schnitte (japanische Methode).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21271550_0224.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)