Die Pathologie und Therapie der Lageveränderungen der Gebärmutter.
- Bernhard Sigmund Schultze
- Date:
- 1881
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Credit: Die Pathologie und Therapie der Lageveränderungen der Gebärmutter. Source: Wellcome Collection.
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![Gebärmutterbruch. •_» ] | bildet das durchaus kein Hinderniss für sofortiges, wenn auch nur par- tielles Wiedervorfallen, sobald das Pessar entfernt wird. Ernsthaft ist der Vorschlag P. Müllers, auch wiederholt mit Er- folg von ihm ausgeführt, bei hartnäckig wiederkehrendem Vorfall des Uterus die Laparotomie zu machen, den Uterus mittels Sonde in die Wunde zu drängen, die supravaginale Amputation auszuführen und den Stumpf in die Bauchwunde einzuheilen. Liegt anderweit Indication vor zur La- parotomie und supravaginalen Amputation des Uterus, so ist der Plan gut, einer Wiederkehr der Inversion der Vagina durch Einheilen des Uterus- stumpfes in die Bauchwunde vorzubeugen. Der Vorfall des Uterus an sich darf meines Erachtens die Indication zur Laparotomie nicht geben. Nur bei reponiblem Uterus würde die Operation sich ausführen lassen, und da giebt es doch minder gefährliche Mittel, um dauernde Reposition zu erlangen. §. 199. Es giebt schliesslich Fälle von Prolapsus uteri, in denen die Beschwerden, zum Theil auch die Gefahren des Leidens einen so hohen Grad erreichen, dass bei der Unmöglichkeit, denselben mit Erfolg auf andere Weise entgegenzutreten, speciell bei der Unmöglichkeit der Repo- sition, die Exstirpation des vorgefallenen Uterus geboten erscheint. Der Vorfall des invertirten Uterus wird im XL Kapitel abgehandelt; di<- Exstirpation des vorgefallenen nicht invertirten Uterus ist in jüngster Zeit 4mal vorgenommen worden (Kehrer, 1. c), von Edwards, Choppin, v. Langenbeck und Kehrer. Die drei erstgenannten Fälle mit Gene- sung, der letztgenannte mit lethalem Ausgang. Da nur ganz besondere Complicationen die Operation indiciren, wird das Verfahren nach den Eigentümlichkeiten des einzelnen Falles ver- schieden sein müssen. Wichtig in allen Fällen und unter Umständen be- sonders schwierig ist es, die Blase vom Uterus zu trennen und die Ureteren zu schonen. Die zum Uterus führenden Gefässe der Ligamenta lata werden entweder en masse mit dem Peritonäum oder einzeln oder in Portionen unterbunden. Die zur vaginalen Exstirpation des carcinomatösen Uterus von Billroth1) und von Schröder2) geübten Methoden werden maa gebend auch für Exstirpation des prolabirten Uterus sein. Ob bei Weg- nahme des Uterus die Ovarien zurückgelassen werden dürfen, wird v<mi Alter der Frau abhängen, bei bis dahin noch menstruirten Frauen ist es nicht zulässig. Cap. X. Gebärmutterbruch, Dystcrocele. §. 200. Lagerung der Gebärmutter — meist wohl nur des Uterus- korpers — in einen Bruchsack ist sehr selten. In den in der alteren Literatur verzeichneten Fällen kam der Zustand meist ersl wahrend ein- getretener Schwangerschaft zur Beobachtung; einige der Fälle, so z. B. der von lluvsch, waren sogenannte Bernia centralis, exquisil entwickelter ') Dr. .1. Mikulicz, Heber die Totalexstirpation des Uterus. Wiener med Wochenschr, L880 d. 1881. ) Karl Schröder, Ueber die Üieilweise and vollständige Ausschneidens <\<-v earcinomatöseo Gebärmutter. Ztschr. t. Geburtsh. u. Gyn. 1881. \i 113 14*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21004572_0231.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


