Die Wanderniere; ein Beitrag zur Pathologie des intraabdominalen Gleichgewichtes : Experimentell-anatomische Studien / von M. M. Wolkow und S. N. Delitzin.
- Volkov, M. M. (Mikhail Matveevich), 1861-1913
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Wanderniere; ein Beitrag zur Pathologie des intraabdominalen Gleichgewichtes : Experimentell-anatomische Studien / von M. M. Wolkow und S. N. Delitzin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
52/454 page 30
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Spaltung des ausserordentlich feinen Fascienblattes kann zur Isolirung der Niere ge- sehritten werden. Unterlasse der Operirende dies, so geräth er bei der Isolirung in ent- egenc Schichten und schaff! für eventuelle Eiterungen einen günstigen Boden. Um zu der Niere zu gelangen, braucht der Quadratus lumborurn nichi durchtrennt zu werden. Wo dieser Muskel das Operationsfeld in irgend welchem Grade einengt, geniigl es. ihn niii dem Baken einwärts zu ziehen. Eine Durchschneidung von Muskelmassen in einer mi erheblichen Tiefe wie liier erscheinl schon deshalb Dicht unbedenklich, weil die durch- brennten Fasern sich sofort kontrahiren und hinter dem Rande des M. saerospinalis ver- schwinden, wo die in ihnen enthaltenen Arterien eine schwer auffindbare Quelle hart- näckiger Blutungen darstellen können. Eine Beschädigung des Quadratus lumborurn kann umso eher vermieden werden, als er lateralwärts niemals so weil vorragt, um ein wirkliches Binderniss zu bilden. Sein an der 12. Rippe inserirender oberer Hand isi so kurz, dass er kaum jemals den lateralen des M. saerospinalis überschreitet und das Operationsfeld einengt. In dem Räume zwischen der 12. Rippe und dem Darmbeinkamm, d. h. im Opera- tionsgebiete i\i'f Nephrotomie würden also nach dem Angeführten (Zweifel) drei Fascien- blätter angetroffen werden, nämlich die Fascia lumbo-dersalis superficialis und profunda nelisl der Fascia h'ansversa. Zwischen den ersteren beiden liegt der M. sacro-spinalis sowie der X. ileo-hypogastricus; zwischen den beiden letztgenannten Blättern der M. qua- dratus lumborurn und der N. ileo-inguinalis; jenseits der Fascia transversa aber folgt die Niere. Da der obere Theil des Quadratus lumborurn, wie schon erwähnt wurde, den Rand des Saerospinalis nicht überragt, so vermag man in dem oberen Abschnitt dieses Gebietes die Fettkapsel der Niere zu erreichen, ohne den Quadratus lumborurn zu beschädigen und ohne es mit etwas anderem, als nur allein mitFasciengewebe zu thun Italien. Der untere l'dl der Niere rag! nach Zweifel's Darstellung fast in ganzer Breite über den Rand des Quadratus lumborurn und jenseits der dem Rande des Saerospinalis entsprechenden Linie lateralwärts hinaus. Dahingegen ist sein Abstand von dem Darmbeinkamme ein sehr be- trächtlicher und der Rand der 12. Rippe wird von ihm nur ganz unmerklich nach unten hin überschritten. Der überwiegend grössere liest der Niere liegt oberhalb der Rippe bezw. der thorakale Theil ihrer hinteren Oberfläche ist weitaus grösser als der abdominale. Dieses bedeutungsvolle Verhalten erschwert (Zweifel) in hohem Grade die Lösung des oberen Nierenpoles und das Hervorziehen des ganzen Organes. Nicht Jedermanns Finger sind, wie Zweifel bemerkt, von einer solchen Länge, um unter der 12. Lippe hindurch an den oberen Po] der Niere gelangen und diese dann isoliren zu können. Auf jeden Fall erseheine ein derartiges \ orgehen mit den Fingern mühevoll, umständlich und zeit- raubend, sei aber in manchen Fällen, wie in dem seinigen, geradezu illusorisch, wo er schliesslich die Niere mit der Nelaton'schen Zange fasste, abwärts zog und hierauf die Exstirpation schnell und leicht zu Ende führte. Simon warnt dringend vor jeglichem Anfassen der Niere mit Instrumenten, unter Hinweis auf die Gefahr einerZerreissung des Organs mit nachfolgenden schweren Blutungen, denen zahlreiche Hunde, an welcher er experimentirte, zum Opfer fielen. Doch erklärt Zweil'el diese Befürchtungen für ■stark übertrieben und die Folgen einer eintretenden Ruptur des Nierenparenchymes für viel weniger bedrohlich, als dies nach Simon's allzu skeptischer Darstellung erscheinen möchte. Ls involvire vielmehr die Application einer Nelaton'schen Pineette ä cremaillere und das Herabziehen der Niere damit eine weit geringere Gefahr, als eine zu letzterem Be-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20999926_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)