Die Krankheiten des Ohres : ihre Erkenntniss und Behandlung ; ein Lehrbuch der Ohrenheilkunde in Form akademischer Vorträge / von Dr. von Tröltsch.
- Anton von Troeltsch
- Date:
- 1862
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Credit: Die Krankheiten des Ohres : ihre Erkenntniss und Behandlung ; ein Lehrbuch der Ohrenheilkunde in Form akademischer Vorträge / von Dr. von Tröltsch. Source: Wellcome Collection.
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![bei den acuten Entzündungen des Trommelfells und der Paukenhöhle und ferner unter allen jenen Bedingungen, welche die LabyrinthflüV _ keit unter gesteigerten Druck versetzen, mag nun das Trommelfell durch Cerumen oder Krusten an seiner Oberfläche einwärtsgedrüekt werden, oder die Tuba verstopft sein und so das Trommelfell sammt den Gehörknöchelchen tiefer nach innen zu hegen kommen, oder mag direct der Steigbügel und seine Umsäumungsmembran oder die Mem- bran des runden Fensters durch irgend eine Ursache mehr gegen das Labyrinth zu gezogen oder stärker belastet sein. Jede Verdickung oder Rigidität der Fenstermembranen. wenn damit eine stärkere Spannung verbunden ist. vermag daher allein schon lästiges Sausen hervorzurufen und wie der chronische Ohrkatarrh überhaupt die häufigste Ursache von Schwerhörigkeit ist. so scheint auch am öftesten von ihm das Ohrensausen auf die eine oder die andere Weise auszugehen. Chronische Hyperämien des Ohres werden ebenso oft dieses quälende Symptom hervorbringen: nicht selten sehen wir aber auch sehr beträchtliche Gefässentwicklung am Trommelfelle. ohne dass der Kranke nur im Geringsten über Sausen klagte. TS enn Kranke. neben vollständig gutem Gehör und bei negativem Befunde am Ohre von subjeetiven Geräuschen belästigt werden. unterlassen Sie nie. die Kachenschleim- haut genau zu untersuchen, indem von hyperämischen und katarrha- lischen Zuständen des Rachens entschieden öfter solche Reizungser- seheinunsren des Ohres ausgehen. So erzählt der Erlanget- Anatom FUiselimann einen Fall, wo ein Mann mehrere Jahre lang an einem sehr lästigen Geräusche im linken Ohre klagte und sich bei der Secrion in der linken Tuba eine ganz feine Gerstengranne i arista) fand, welche von der Rachenrnündung aus bis in den knöchernen Theil der Ohr- trompete sich erstreckte. *) Oefter sind die Kranken nicht im Stande, ein einzelnes Ohr als den Sitz des Leidens zu bezeichnen, sondern drücken sich unbestimmt aus oder sagen. es sause weniger in den Ohren, als im ganzen Kopfe, -innen drinnen oder gegen das Hinter- haupt zu. Abgesehen von diesen rein subjeetiven Geräuschen, welche als Erscheinungen eines auf den Hörnerven und seine Ausbreitung statt- findenden abnormen Reizes aufzufassen sind. werden aber unter dem Namen -Ohrensausen auch Hörempfindungen begriffen. denen wirk- liehe tonerzeugende Schwingungen zu Grunde liegen, wenn dieselben auch nicht ausserhalb des Körpers. sondern in demselben hervor., bracht werden. So sind gewiss die von den Kranken als -pulsirend- *] Linlce's Sammlang II. Heft. S, lS3.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21081591_0273.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)