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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![Bliz dehnt sich aber die Luft bedeutend aus, die hiemit gegebene Abkühlung derselben bedingt weitere Verdichtung von Wasserdani])f, und dadurch werden auch die Wolken auf’s Neue mit E. geladen, bis zulezt in Folge wiederholter Entladungen das Gleichgewicht hergestellt ist. Immer scheint so zum Entstehen von Gewittern vor allem eine rasche Verdichtung des Wasserdampfs nöthig, eine r ruhige Luft, heiteres Wetter und ei)i mehr oder weniger feuchter Boden. Auch i sind sie vielleicht bei uns nur deshalb besonders im Sommer häufiger, weil hier ^ grössere Temperaturwechsel wie grössere Temperaturunterschiede zwischen obern und untern Luftschichten entstehen '. Schon z. ß. in Neapel sind aber Gewitter :! im Herbst und Winter häufiger als im Sommer, vielleicht aus demselben Grunde ; und ebendeshalb scheinen sie bei uns so selten nach Mitternacht und Morgens. .1 Ueberhaupt kommt ihre Verbreitung im Lauf des Jahres nach den Breiten ^ziemlich mit derjenigen des Regens überein; sie steigt so mit der Entfernung i vom atlantischen Ocean und wie das Uebergewicht der Sommer- über die Winter- n regen (Kämtz). Nach einem Gewitter steigen meist kältere Luftmassen von oben in die f riefe, und gewöhnlich entsteht erst nach einigen electrischen Entladungen in - Folge der rasch zunehmenden Abkühlung der Atmosphäre eine Verdichtung des I Wasserdampfes zu Tropfen, Regen, öfters sogar durch rasches Gefrieren zu i Hagel. Auch diese Niederschläge, ob flüssig oder fest und gefroren, sind meist, lwo nicht immer electrisch, zumal im Sommer, in den Tropen; jeder Regen- ■ tiopfen z. B. bringt E. mit sich, die er den Wolken entnommen, und wodurch 5 er zuweilen sogar leuchtend wird. Das fallende Regenwasser aber scheint bald ► bald electrisch, selbst beim selben Regen; indem es jedoch die — E. ab- Iführt gegen die Erde, ist es häufiger — electrisch (Volta u. A.). Schnee da- ist -j- electrisch, und auch Regenwasser kann dies sein, wenn es z. B. Ilangsamer durch eine trockene, -j- electrische Luft herabfiel. Den Bliz bildet I wahrscheinlich -j~ E., indem er durch die in der Luft selbst und nicht in deren E Wasser- oder Dunstbläschen freiwerclende E. zu entstehen scheint. Diese leztere »entsteht aber, indem der mechanischen Wärmetheorie zufolge die enorm grosse »Menge Wärme, die beim Verdichten des Wasserdampfes frei wird, nicht als (Solche auftritt sondern sofort in E. übergeht. Blize entstehen so wahrscheinlich idurch die Condensationswärme des Wasserdampfes, und verbrauchen wiederum ■bei ihrer »Arbeit« durch Stoss, Schlag, Verbrennen enorm viel Wärme; oder mit andern Worten, indem -|- und — E. sich verbinden, verschwindet sie als »solche und geht in Wärme über, wie umgekehrt diese in E. übergieng 'h Der Form nach gibt es Zickzack-, kugelförmige Blize und sog. Wetterleuchten »(Arago); auch gehen sie meistens von unten nach oben, besonders solche welche •treffen (Maffei, Chappe ii. A.j. Wie andere electrische Funken werden sie aber • lervorgerufen durch den Üebergang der E. von einem leitenden auf einen nicht •oder anders leitenden Körper, d. h. durch Unterbrechung ihrer Leitung und Zum Theil schon m Folge solcher Temperaturcontraste, noch gefordert durch die Bufsteigenden warnmn Luftströ scheinen Gewitter auch in Gebirgsgegenden so häufig, und in den Alpen findet man Spuren des Blizes zumal an Felsgipfeln und Graten noch ElGctrisclio Funken sind höchstens 1 2 Fuss lang, Blize nicht selten bis zu 9 r f Wärmeentwicklung dabei kann nicht Jlos A\asser plozhcb in Dampf verwandelt sondern auch Metalle, Gestein u. s. f. ver- öuchtigt werden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


