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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![i perlichen Functionen untei' dem Einfluss dev Nevvencentra und schon deshalb auch dev geistigen Functionen Weit cntfevnt dass ein Gegensaz zwischen beiden bestände, sind sie vielinehv innigst an einandev gekettet, ja wesentlich Eins, und wo die Havnionie ihves Zusammenwivkens gestövt ist, da hövt auch die Gesundheit dev einen wie dev andevn auf. Auch begveift sich dies leicht aus dem Umstand , dass all diese vevschiedenen Lebensacte am Ende nuv die Bethätigung ein und devselben Appavate sind. Nevvens3^stem, Gehivn, von wel- chen mehv odev wenigev Bewegung, Kveislanf, Athmen u. s. f. abhängen, sine zugleich die Ovgane unsevev geistigen Bethätigung, und damit un.sere so com- plicivte Avbeitsmaschine auch geistig schaflen kann , bvancht sie z. B. wie jede Maschine ein gewisses Heiz- odev Nahvungsmatevial. Kuvz »Seele, Geist« können vevnünftigev Weise nichts Andeves heissen als dasjenige Ovgan in uns welches fühlt, denkt, will, und entwickeln sich jene nuv pavallel dem Kövpev unter dem Einfluss der Erziehung, der Cultur, ,so gilt dasselbe in vieler Hinsicht auch um- gekehrt. So gut als der ganze Körper entstehen, wachsen und erlöschen wieder unsere geistigen Fähigkeiten, jede erreicht ihr Maximum in einer gewi.ssen Le- bensperiode, die Leidenschaften z. B.. auch schlimme im 20.—-30. .Tahr’. Mit der Cultur und geistigen Entwicklung aber ändern sich auch leibliche Be- schaffenheit, Schädel, Gesichtszüge, und das Hirn besonders ist stets relativ am grössten, schwersten bei grossen Geistern wie bei geistig reiferen Völkern und Rayen Gerade dieser Sachverhalt ist es endlich, welcher nicht immer die gehörige Beachtung fand, und zum entschiedensten Nachtheil von Körper wie Geist und Sitte, weil man die Forderungen ihrer Gesundheit in dieser Hinsicht nicht immei anerkennen , noch weniger denselben nachleben wollte. Und doch vermag dei Geist wie der beste Wille fast nichts ohne einen gesunden Körper, und diesei bedeutet wenig genug ohne jene. Wäre es deshalb absurd, sich Geist, Seeki^ getrennt vom Körper und unabhängig von diesem zu denken , so könnten aucl! nur Unwissende oder Phantasten jene ersteren je so machen wollen. Sie ver gässen dann, dass wenn die »Seele« unabhängig wäre vom Körper, sie keiner solchen brauchte, ihre zeitweise Einquartierung in denselben also höchst über- flüssig erschiene, und dass auf die Dauer kein gesunder Geist möglich ist ohm einen gesunden Körper Auch ist diese ''Verbindung zwischen beiden von der V Leidenschaften, Affecte z. B., sagt .schon Tissot (Essai sur les uialadies des gen du inonde 1 775) haben einen stärkeren Einfluss auf die Gesundheit als Bewegung, Nah rung und selbst die Luft. ^ Aristoteles hielt das 47. Lebensjahr für den Culiuinationspunkt des Mensehengeistes Jedenfalls reift und entwickelt sich dieser immer mehr mit dem Alter, um z. B. erst von 70. Jahr an und später merklicher zu sinken, während der Körper schon nach dem 30.—40 Jahr abzunehmen beginnt; ja der Geist kann selbst mitten unter den Ruinen eines Kör pers, der sich auflöst, seine volle Kraft erhalten. Ueberhaupt gibt es so 3 Hauptperioden des geistigen Lebens; Entwicklung, Bethä tigung, Schaffen, Kämpfen und zulezt Ruhe im Alter; die wichtigste ist die mittlere, un zum Glück auch die längste. Statt einer einzigen Entwicklungs- und Culminationsporiod wie sonst haben aber gewöhnlich zumal grosse Geister mehrere, und Viele leisteten ers in höherem Alter ihr Bestes, ein Bacon, Locke, Milton wie Schiller, Göthe u. A. ® Beim männlichen Europäer wiegt das Hirn durchschnittlich 1.4 —1.6 Kil., bcii Weib nur 1.0—1.2 (s. S. 27). Je roher die Völker und je wilder die Thierc, um s kleiner das Hirn, um so ]ilatter die Stirne im Vergleich zum Hinterkopf, um so starre und eckiger die Gcsichtsziigc, während sich mit der Civilisation all dies umkehrt. Aue Neger nähern sich in Berührung mit Weissen mehr und mehr deren Körperformen. !9 S< -R 0. I , Mi I!’ , I ( >](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0804.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


