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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![versäumen. Und für all dies ist z. B. das viele Sizen und Lernen in Schulen wie zu Haus vom G.—IG. Jahr schwerlich das beste Mittel. Um ferner das Mädchen zur Erfüllung all seiner Aufgaben zu befähigen genügt der gewöhn- liche Unterricht so wenig als das Leben im Schooss der Familie nach seiner Entlassung aus der Schule, fordert vielmehr wie jeder Beruf eine weitere Aus- bildung, z. B. durch sog. Fortbildungsschulen. Auch hat dies seine besonderen Wichtigkeit für alle minder bemittelten, welche nur dadurch mehr erwerbs-& fähig und unabhängig werden. Bei der beständig wachsenden Zahl ledigey Mädchen aber in allen Ständen gewinnt überhaupt die Frage weiblicher Arbeit] immer mehr an Bedeutung, nnd sicherlich sind jene zu jeder Beschäftigung bo rechtigt, zu welcher sie die nöthige Fähigkeit besizen oder durch ünterrichtfe erlangen können, seien es weibliche Arbeiten, Handel und Gewerbe, Künste oder '' Lehrfächer, Post-, Telegraphen dienst u. s. f. Nur sollen sie nicht Alles lernend und treiben wollen wie der Mann, z. B. Medicin oder Jus, denn dadurch wie durch jede Gelehrsamkeit werden sie nur unweiblich, von ihrer natürlichen Bestimmung abgelenkt und bizarr, verdrossen, wo nicht krank. Auch ist keine gros.se Besserung zu hoffen, so lange nicht seitens der Gesellschaft und Gesez- flj gebung wie einzelner Gemeinden und Vereine auf obige Hauptaufgaben weiblichei ifi Ausbildung mehr Rücksicht genommen und weibliche Arbeit nach Kräften er- leichtert wird. j. 14. Schon ans (3bigem ergibt sich, warum jede geistige, in- , n I e f 10 tellectnelle Bethätigung nnd Diätetik mit einer sittlichen Hand irllt: Hand gehen niiiss; nnd sezt doch die Gesundheit unserer geistigen k Ul )If Fähigkeiten immer auch diejenige der sittlichen, des Characters und Gefühlslebens voraus. Um aber in dieser Richtung gesund und kräf-tl tig zu werden und es zu bleiben müssten wir wiederum den Gesezer und Forderungen unserer Natur, den Bedürfnissen unseres sittlicheiii Wesens nachzukommen wissen. Mindestens vom Standpunkt der Hygieine aus ist wohl auzuiieh- men, dass ein Hauptstreben des Menschen -nach dieser Seite auf eii sich Glücklich- und Zufriedenfühlen liinansläuft, dass wir das Ange- nehme, Zuträgliche suchen , das Entgegengesezte möglichst meiden und je eher dies gelingt, je zufriedener und ruhiger sich also Jedei 1 fühlt, einer um so bessern Gesundheit kann er sich auch im Allo'e-[/ • > ^ ^ meinen erfreuen, um so länger unter sonst gleichen Umständen be frischem Körper und Geist leben. Ist doch hiezu immer zugleicl 1 eine gewisse Summe von Glück, von Heiterkeit und Freude nöthig}G. während Unglück, Sorgen, Gram das Gegentheil bewirken. Ebens(d. gewiss ist aber des Menschen sittliches Gefühl und Wesen der Art dass er sich gewöhnlich nur dann auf die Dauer ruhig und zufriedei fülilen kann, wenn er zugleich das Gute, Richtige gewollt, das Schlecht vermieden hat; und was gut oder schlecht sei, lehrt ihn die Stimm seines Gewissens, sein noch unverdorbenes Rechts- und Pflichtgefüh] indem er diesem folgt, wird er somit am Ende seine innere Ruh j' rii BUl](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0814.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


