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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![betliätig't imd angestrengt bat, macht sich jenes Bedürfniss schon I von selbst als (jefülil von Mattigkeit, Abspannung oder wirklicher Schläfrigkeit benierklich genug. Und so verschieden sich auch das- selbe je nach Kräftezustand, Uewohnheit wie nach Clima, Jahreszeit n. s. f. gestalten mag, immer fordert doch unsere Natur theils eine Abwechslung zwischen iVrbeit, Anstrengung oder einem gleichförmigen, langweiligen Leben und gewissen angenehmen, erquickenden Ein- drücken und Genüssen, theils völlige Ruhe und Schlaf. Geschieht diesem Bedürfniss nicht Genüge, so kann auch (jesundheit nach Kör- per wie Geist nicht auf die Dauer bestehen, und nm so weniger je jünger oder schwächlicher Einer ist, je weniger gewöhnt au schweife, anhaltende Arbeit, oder je anstrengender und erschöpfender diese selbst war. Auch suchen wir immer nach einer solchen kürzeren oder län- geren Bethätiguug unserer Kräfte schon instinctmässig wieder andere Saiten unseres Mesens in Schwingung und Thätigkeit zu versezen, so gut als sich etwa das durch eine Art von Eindrücken erschöpfte Seh- und Hörorgan nach andern sehnt, oder unsere Muskeln, nach- dem sie längere Zeit dieselbe Bewegung ausgeführt, eine andere for- dern, oder Gaumen und Magen einen Wechsel in der Nahruuo’. Zu- mal nach jeder schweren oder durch Einförmigkeit ermüdenden Arbeit und oft schon während derselben braucht der Mensch nicht blos völ- lige Buhe sondern auch eine Erfiäschung durch irgendwelche Genüsse und Ireuden, oder mindestens eine leichtere, angenehmere Art der Be schäftigung, womöglich in ganz andern Richtungen als die frühere ge- wesen. Dersell)en Erquickung bedarf der durch Unglück und Kummer (ledrückte oder durch Sorgen u. s. f. Beunruhigte, soll er anders nicht schliesslich erliegen. Sicherlich haben wir aber überhaupt auch jenen Naturtrieb nicht umsonst, und je weniger das Leben selbst ein Genuss f ist, um so mehr dürfen, ja müssen wir demselben zu genügen suchen. [3 Während nun unter den liiezu dienenden Gienüssen und Freuden die einen mehr sinnlicher Art sind, wie z. B. diejenigen der Tafel,ul J abak u. digl., eiheben sich andere zu einer höheren, geistigeren n Splntre, wie Musik, bildende Künste, Schauspiel, belletristische Lectüre, und andere endlich sind gemischter Art, wie d'anzeii, gesellschaftlichell Spiele, Genuss der freien Natur, Jagd, Gartenarbeit u. a. Und so hältnissen aiisfallen mag, immer bedarf doch der Mensch einer der- aitigen Wüize seines oft so schweren und angestrengten oder ein- förmigen und langweiligen Lebens. Je häufiger, je mannigfaltigor diese (äenüsse und Freuden, ohne doch Kör])cr ivie (äeist und Sitten zu beschädigen oder den Sinn dafür durch Misbrauch abzustumpfeii. l3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0820.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


