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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![^mangelhaft entsprochen, so kann dies nur auf Kosten der Gesundheit geschehen. ilWer z. ß. berechnet hat, durch Verkürzen des Schlafs uni 2 Stunden täglich rin 40 Jahren gegen 30,000 Stunden , über 3 Jahre für’s Leben und Geniessen »oder Arbeiten gewinnen zu können, macht doch schliesslich seine Rechnung ■ohne den Wirth. Denn Gesundheit, frische Kralt pflegen eben um so früher !zu schwinden, je weniger man auf deren Erhaltung durch Ruhe und Schlaf be- dacht war. Nur zu viele Beispiele oft gerade der Begabtesten und Eifrigsten ceigen dies, besonders wenn noch Ueberanstrengung, heftige Affeete u. drgl. mitwirkten. Meist entsteht jezt früher oder später ein gereiztes, exaltirtes •Wesen, welches die Verblendeten so gerne für gesteigerte Kraft des Geistes ■nehmen, auf welches aber nur um so grössere Erschöpfung zu folgen pflegt, mit Verstimmung, Verdauungsbeschwerden, oft zu Krämpfen, Lähmungen, Gei- ifeteszerrüttung oder Schlagfluss u. s. f. sich steigernd '. Im Vergleich zu diesen Gefahren verschwinden fast diejenigen zu vielen Schlafens, obgleich auch dieses wenn zur Gewohnheit geworden unter ümstände]i schädlich wirken kann, ilmmerhin eignet es sich für Diejenigen gerade am wenigsten , deren Neigung dazu am grössten zu sein pflegt, für Indolente, Träge, Phlegmatische, Corpulente oder zu Fettsucht, Schlagfluss u. dgl. Disponirte, indem ihr schlaffes, schläfriges AVesen wie ihre Anlage zu jenen Krankheiten gewöhnlich nur dadurch geför- dert wird. Anderseits verwechselt man auch hier nicht selten Ursache und •Wirkung miteinander. §. 18. Weil eiumal der Schlaf, um jene unserer Oeconomie so liiientbehrliclie]! Dienste zu leisten, lange, ruhig und tief oder uu- Linterbrochen genug sein muss, verdient alles hierauf Bezügliche die höchste Beachtung. Immer fragt es sich deshalb nicht blos, wann, ■■vie oft und wie lange .Jeder schlafen muss, um gesund zu bleiben, sondern auch wo und wie, durch welche Massregeln überhaupt Schlaf ju fördern ist. Tn lezterer Hinsicht kommt so vor Allem die Be- schatfenheit der Lagerstätten oder Betten selbst wie der Schlafzimmer i4-!amt der Kleidung des Schlafenden in Betracht. Wie verschieden nun das Bedürfniss nach Schlaf und somit dessen iägliche Dauer je nach Persönlichkeit, Lebensverhältnissen u. s. f. des Linzeinen zu sein pflegt, wurde schon oben augedeutet; vor Allem klängt jedoch diese leztere vom Alter, vom Grad der vorhergelienden Listrengung und Erschöpfung wie vom jeweiligen Kräfte- und Ge- «undlieitszustand eines Jeden ab, endlich von Witterung, .Jahreszeit, plima. .Je jünger um so länger soll Einer schlafen, je älter um so • Eine Frau, welche ihren Gatten ermorden sah und selbst dabei uiishandelt wurde, gönnte sogar Monate durch nicht schlafen, und immer schwebte ihr die furchtbare Scene Cor Augen, sobald sie diese schliosson wollte (Sauvages). Auch bei geistig Aufgeregten nd Ueberspannten, welche so häufig noch im Schlaf und Träumen fortarbeiton , kommt |S leicht zu Ilallucinationen oder Visionen, welche sie oft nicht mehr von der Wirklich- foit unterscheiden und darüber schliesslich verrückt werden können. Ein ähnlicher Zu-' iland entsteht oft bei Reisenden durch Wüsten, wenn sie Tag und Nacht schlaflos dahin- |0gen, und auch dieser endet nicht selten in wirkliche Krankheit (sog. Ragle). Schon ^nstoteles erklärte aber ungewöhnliche und ängstliche Träume für Vorläufer des Kranken- v'örters.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0827.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


