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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![ifenszeit ist Nachts; nur Kinder und Kranke sollten auch den Tag I über schlafen, gesunde Erwachsene höchstens unter besonderen IJm- (ständen. Das Schlafzimmer soll geräumig, kühl.; dunkel und stille jseiii, das Bett weder zu hart noch zu weich, nicht zu leicht und niiclit zu warm, am besten eine Rosshaar- oder Seegrasmatraze z. B. jinit Unterbett von Federn, die Decken leicht, die Kopfkissen nicht ^zu hoch, noch weniger zu nieder, dazu kühl, hei Kindern z. B. ge- 1 füllt mit Rosshaar h .Je jünger ein Kind, um so weicher sollte sein IBett sein, denn nur in einem solchen wird sein Ivorper überall gleich- unässig gedrückt und kein einzelner Theil belästigt, was nur Schmerz, lUnruhe und weniger erquicklichen Schlaf zur Folge hätte. Jeder RMensch braucht ferner sein eigenes Lager, und nie sollten Mehrere dm selben Bett schlafen. Nur etwa Neugeborene und schwächliche Rviiider, auch wenn diese älter geworden, liegen den Winter durch iineist besser bei ihrer Mutter oder Amme als allein in der Wiege, ium so ihre I\örperwärme eher zu erhalten. Nie dürften dagegen i'Kinder im selben Bett mit alten oder gar kränklichen und kranken •Personen schlafen. Hinsichtlich der Jiorperseite, auf welcher man ischläft, folgt man am besten seinem Instinct, seiner Gewohnheit und »eigenen Erfahrung; der Kopf jedoch sollte bei Erwachsenen stets ziemlich höher liegen als der Ruin])f, zumal bei Vollblütigen, Auf- !geregten mit Neigung zu Ivopfcongestion u. drgl. Je weniger >*Nachtgewdnder endlich um so besser; für den Mann eignet sich so niur ein Hemd aus Leinwand, auch Baumwolle, für’s weibliche Ge- tschlecht ]uit einer leichten Jacke oder Ivamisol und Müze oder Haube. JAlle weiteren Ivleidungsstücke würden zumal bei Jüngeren und Ge- ’ lieber die Wahl des Schlafzimmers s. S. 478, 529 ; in Wien und andern grossen Städten imüssen aber Dienstboten oft sogar in der Küche schlafen. Tin Winter ist dasselbe höch- fctens ausnahmsweise leicht zu heizen, z. B. bei grosser ITältc, bei Alten, sehr Empfind- lichen. Auch Vorhänge um’s Bett .sind zu meiden, weil sie die Lufteirculation stören lund zudem feuergefährlich sind; trozdein brachte sie der moderne Uococo-Ueschmack «vieder in Mode. Weil Zimmer Nachts und im AVinter besonders von den Fenstern und IWänden aus abkUhlcn, stellt man die Betten besser nicht dicht an leztere oder in Ecken, «vähle auch deshalb keine Eckzimmer. In den Tropen, Brasilien u. a. dienen oft llänge- miatten statt der Betten, welche jedoch den Körp'er selten wann genug halten, besonders in kalten Näcliten, in ofienen Ilanchos oder Palmzelten u. dgl. Die Schornsteinfeger Sa- ♦voien’s, der Auvergne aber nehmen statt der in Seide gewickelten Eiderdaunen im Bett ireicher Leute Säcke voll Russ, welcher die AV'ärme gleichfalls schlecht leitet. Gegen AVanzen, eine so häufige Plage, schUzt Reinlichkeit, obgleich ein Ilauptmittel, inicht immer, weil oft alte Colonieen in Gestellen, Fugen, hinter Tapeten u. s. f. stecken. tUier nehme man z. B. die Bettgestelle ganz auseinander und siede sie nach Entfernung bller Beschläge in AVasser mit grüner Seife, etwa '/a Kilogrmm auf 6—8 Liter AVasser. ^ A^on Kter Gewohnheit, auf der rechten Seite zu schlafen, leiteten Manche das häu- Pgere Entstehen von Nasenbluten, Schlagfluss, Lungenentzündung u. s. f. auf der rechten reite ab, z. B. in Folge des Einflusses der Schwere auf Ivreislauf und Stauung des Bluts, •l^och fehlt cs an Beweisen für diesen Zusammenh.ang.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0829.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


