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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![luässeii, selbst obligatorischen Unterricht, clnrcli passende Uiziehiing der Jugend wie durch weise, genieinnüzige Einrichtungen und Ueseze sonst. Kann und darf doch eine vernunftgeniässe Gesellschaft keine andern Interessen haben als diejenigen aller ihr zugehörigen Glieder, und beruht doch ihr eigenes Gedeihen ihre eigene gesunde lortexi- stenz schliesslich nur auf der Bildung, Sittlichkeit und Energie dieser il lezteren. Als deren Ausdruck können aber bei jedem Volk vor Allemli seine Religion und kirchlichen wie politischen oder staatlichen Ein-G richtungen gelten, die Güte der öffentlichen Erziehung mit Einschluss(jj der untersten, ärmsten Classen, überhaupt der jeweilige Bildungsgrai ^ der ganzen Bevölkerung nach Geist und Sitte; ferner ihr gegensei- tiges Verhalten unter einander, so besonders zwischen Mann um Weib, Eltern und Kindern, Bürger und Bürger wie zwischen diesei H und Gesez, Obrigkeit; die Art und Weise, wie Alle ihre Rechte, ihre Ansprüche zu wahren und gegenseitig im Gesez zu achten wissen 'i 1# i 4 »• i|« ind Weiterhin die Häufigkeit der Verbrechen nicht blos gegen Leben um Eigenthum Einzelner sondern auch gegen ein Volk oder eine Volksclass als Ganzes und deren Rechte; Häufigkeit der Geisteskrankheiten, de Selbstmords wie anderer gewaltsamer Todesfälle, ja am Ende die ganz;^ Erkrankungs- und Sterbeziffer, zumal der Kinder; endlich die Art un Weise, wie Kranken, Armen, Verwahrlosten und Hülfsbedürftigei sonst durch öffentliche Anstalten, Vereine u. s. f. Hülfe gebrach wird. Von der Bildung und dem sittlichen Gehalt eines Volke hängt es z. B. ab, wie seine einzelnen Glieder den gemeineren, selbst^ süchtigeren Trieben und Leidenschaften Folge leisten, dem Nähr und Erwerbstrieb, Ehrgeiz, der Genusssucht wie dem mächtigste und zugleich für die ganze Wohlfahrt eines Volkes bedeutungsvoll steil aller Triebe, dem geschlechtlichen, ob in der Ehe, überhau};:ft den Forderungen der Sittlichkeit und Gesundheit entsprechend ode nicht. Wo schon die Jugend durch Ausschweifungen entnervt, iv ein beträchtlicher Theil Erwachsener ans Mangel an Subsistenzmittel oder irgend welchen Gründen sonst in ehelosem Zustand verbleib wo Prostitution, wilde Ehen mehr oder weniger an die Stelle d( Ehe getreten, da wird auch die Fruchtbarkeit, die Zahl der Kinde kleiner sein, ein viel grösserer Theil des jungen Nachwuchses köi perlich wie geistig-sittlich leiden und zu Grunde gehen. Die Uebei lebenden aber werden grossentheils eine ebenso gebrechliche als in sittliche Bevölkerung abgeben ; muss doch ihre Gesundheit nac K()rj)er wie Geist und Sitte mehr oder weniger schlimm bestellt ini ihre Sterblichkeit grösser sein als unter entgegengesezten Umstände] b fi i/fl dfl Ik J](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0832.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


