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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![verschiedenem Mass. Vor Allem müsste deshalb die Befähigung eines JedenI dem gewählten Berut entsprechen, soll nicht Enttäuschung, Verdruss, Entmu-j thigung, selbst Krankheit und früher Tod die Folge sein b Nur weiss Derjenigrl welcher einen Beruf wählt nicht immer, w’elche Misstände, selbst Gefahren dieseil mit sich bringt, und auch Eltern, Vormünder übersehen oft über andern liück-j sichten, zumal pecuniären, baldiger Versorgung u. s. f. die Hauptsache. We]| aber seinen Beruf verfehlte und dadurch ernstlich leidet, suche wo möglich so-j fort einen andern seinen Fähigkeiten und Neigungen oder Verhältnissen ent- sprechenderen. 1. Geistige Arbeit, Schriftstellerei, freie Künste. §. 2. immer sind es hier die geistigen Energieen, welche durch die Arbeit vorwiegend in Anspruch genommen werden, bald mein die einfacheren, minder anstrengenden Richtungen des Denkens un h'ülilens, des Gedächtnisses u. s. f., bald mehr das Nachdenken um Speculireu, die Einbildungskraft in ihrer höchsten Potenz, dort de Analyse und Combination, hier der Production und Schöpfung. Ueber haupt ist auch bei diesen intellectuelleu oder sog. liberalen Berufs arten wohl zu unterscheiden zwischen gewöhnlichen Fachmänneri oder Durchschnitts- und Alltagsköpfen, die ihr Geschäft mehr mecha- nisch , handwerkmässig zu betreiben pflegen, wie z. B. die Mehrzah der sog. Studierten, Gelehrten, Literaten, Lehrer, Beamten, Künstler und den wenigen mehr origiueilen oder selbstständig vorgehendeni schöpferischen Köpfen, ob im Gebiet des Wissens und Forschens odej der Dichtung und Kunst, bis zur höchsten Stufe des Genies. Den/ während Jene die Sache leichter nehmen und bei ihrer relativ gej ringeren Geistesanstrengung selten viel Gefahr laufen, verhält es sidj ganz anders bei den Lezteren, weil eben einmal auch bei der geistige/ Arbeit wie bei jeder andern die Möglichkeit einer Benachtheiligunjl dadurch so ziemlich gleichen Schritt hält mit dem Grade derselbe« und unseres innern Angegriffenwerdens dabei. Nur hängt wiederunl dieses leztere selbst nicht blos von der geistigen Capacität und Anl strengimg des Einzelnen ab sondern auch von der Art seines Fühlensj seinem Gemütli, ob dieses rnhig bleibt oder nicht. Ja diesem Veij lialten unserer Gefühlswelt und der hiemit gegebenen Stimmuno', dei jeweiligen Schicksalen, Aflecten und Leidenschaften kommt vielleicbj Wer z. B. viel reden oder die Brust sonstwie unstrengen muss, wie Schauspiele Prediger, Advocaten braucht vor Allem gute Lungen, ein gesundes Herz, und bei schlechte kurzsichtigen Augen sollte man nicht studieren, noch weniger ein Uhrenmacher, Seze^^ Kupferstecher, Graveur, Maler werden wollen. Wer sich überhaupt gelehrteren Bäche widmen will, sollte durchaus gesund und kräftig sein, körperlich wie geistig, und seirl Fähigkeiten in dem Allem wohl prüfen, will er anders viel Misgeschick und manche Kranl heit vermeiden. Aerzte, Geistliche aber, welche stets Elend genug sehen müssen ur solchem abhelfen sollen, müssen dies auch ertragen können und doch ein Herz für d4i Leidenden haben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0844.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


