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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![diiiigen wie durch eine gehörio’e Zahl guter und schnell beweglicher Rettungsboote (am besten mit Clitford’s Vorrichtung zum Aufliängeii) u. s. f. noch weiter für die Sicherheit der Mannschaft und Passagiere zu sorgen Für den Fall einer Seuche aber bedarf es eines beson- dern Spitalraums, mindestens von 18 Quadratfuss Fläche auf je 100 Köpfe, mit besonderen Lagerstätten und Geräthen Vor Allem die Verwendung des Dampfes führte zu den grössten Verände- rungen in der ganzen Structnr des Schiffes, in den Lebens- und Gesundheits Verhältnissen seiner Mannschaft; und wie im Lauf der Zeit Käderdampfer durch Schrauhendampfer verdrängt wurden, zumal hei der Marine, benüzt man jezt als Baumaterial statt Eichenholz immer häufiger Eisen, baut sogar ganze Pan-^ zerschiffe Im Vergleich zu Segelschiffen sind aber die Oscillationen aufj Dampfern immer stärker, wozu noch eine lästige zitternde Bewegung kommt zumal bei raschem Gang. Auf Schraubendampfern ist das Rollen und Stampfen! noch stärker als auf Räderdampfern, mindestens hei stürmischem Wetter, was] die Ruhe bei Tag und Nacht stört, auch Seekrankheit fördert. Anderseits er sparen sie an Raum, Brennmaterial, und Schrauben sind gesicherter als Räder wichtig besonders für die Marine; ähnliche Vortheile haben Panzerschiffe.. Eiij Hauptübelstand, zu beschränkter Raum findet sich aber mehr oder weniger! überall, weil er in der Natur der Sache liegt; ebendeshalb ist die Luft off| schlecht genug, um so mehr als die Schiffswände mehr oder weniger wasser und luftdicht sind, und selten hat man bis jezt durch künstliche Ventilatior recht abzuhelfen gewusst. Am wenigsten reicht die spontane durch Lucken Seitenfenster im Zwischendeck u. s. f. auf Kriegs-, Transport-, Passagierschiffer aus mit vielen Menschen an Bord. Hier vor allen bedarf es mindestens für sämtliche Aufenthaltsräunm neben der gewöhnlichen Ventilation durch Schläuche sog. Luft- oder Kühlsegel, Röhren u. drgl. noch einer besondern bew^egendei lind beständig wirkenden Kraft, ob Aspiration oder Pulsion, Injection. Lezterc scheint hier besonders nüzlich (Poiseuille u. A., s. S. 492), und auf Dampfen können Dampfmaschine, Schornstein als V^entilationsmittel für alle Räume dienen welche man mit ihnen durch Röhren u. s. f. in Verbindung sezt; dies wäni aber auch für die Erhaltung der untern Räume selbst und der Ladung wichtig genug. Trozdem wird all dies bis jezt der grossen Schwierigkeiten, Kosten um Feuergefahr wegen häufiger unterlassen.Tedenfalls sollten aber Schiffe, wel ! fi ' Nirgends wird mit dem Allem leichtfertiger verfahren als in Nord-America, weshal’^ hier ilie meisten UnglUcksfalle durch Explosionen, Brand u. s. f. Für grössere Expeditionen benüzt man jezt gewöhnlich besondere Spitalschiffe, mcis Dampfer, z. B. eiserne, in deren Zwischendeck sich die Räume für Kranke befinden, m Hängematten aus Eisen und Canvas, schwingend auf Zapfen an den Enden, und Hebe | maschinen für die Kranken. Solche Schiffe müssen stets gross genug sein, das Zwischen «V deck offen und frei von hinten nach vorne; auf dem Vordeck sind die Aborte, Wasch anstalten u. s. f. ^ Eisen ist gewiss das solideste Material, hindert auch das Durchsickern von Wassei also das Flntstehen von Kielwasser viel besser als Holz; anderseits hat cs wieder sein besonderen Uebelstände, über welche man nur allmälig Herr zu werden scheint, z. E Brüchigkeit, zu starke Erwärmung im Sommer, in den Tropen, Hindern jeder spontane Ventilation durch die Seitenwändo, Störung des Compasses u. s. f. Zum Anstrich der innern Räume sollte nur Zink-, kein Bleiweiss, unter Umstände Kalk benüzt werden. ' Auch auf der Marine sieht es mit der Ventilation meist noch ziemlich schlecht aus fh •» G II öc](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0858.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


