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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![überall stationär, und Venerie, Tripper eine der häufigsten Krank- heiten, auch bei Offieiereu, zu nicht geringem Verlust für den Dienst b Ln Kriege gestalten sich selbstverständlich Gesundheits- und Sterblichkeitsverhältuisse noch unendlich schlimmer. Auch entstehen hier die enormen Verluste an Meuschenlebe]i weniger durch den feind, durch Schlachten u. s. f. als vielmehr durch Krankheiten in Folge von Strapazen, Entbehrungen und Drangsalen jeder Art, durch harten Felddienst, Bivouacs, schlechte Baraken, Lager, ungesunde und ungeordnete Lebensweise überhaupt, besonders durch die ganze Art der Verköstigung, welche nach Menge wie Güte und Nahrhaf- tigkeit so selten dem Bedürfuiss entspricht; endlich durch die meist unzureichende, wo nicht schlechte Beschaffenheit der Feldspitäler, Lazarethe und ganzen Krankenpflege drin. Kein Wunder so, wenn mit jedem Feldzug Seuchen von Typhus, Ruhr, Cholera oder Pyämie, Scorbut u. a. einhergeheu und den Truppen ungleich grössere Ver- luste beibringen als alle Schlachten zusammen. Ist doch selbst die Sterblichkeit der Civilbevölkeruug in jedem Kriege viel grösser als‘ sonst, zumal der Schwächlichen, Kinder, Frauen und Alten b Leicht begreift sich aus dem Allem, warum jedes stehende Heer, so schwere Verluste an Menschenleben mit sich bringt, und dassi hiebei der Krieg troz all seiner Fährlichkeiten keineswegs die Haupt-1 rolle spielt. Denn auch in Friedenszeiten ist der Gesundheitszustand Vgl. u. a. meine medicin. Statist. 1865; Meynne, olements de statist. milit. 1859; Casper, Denkwürdigkeiten z. med. Statist. 1846; Boudin, Hyg. milit. etc. 1848, Traitt’ de geogr. et de statist. med. II. 1857; Laveran, Annal. d’Hyg. 1860. Bei englischen Truppen z. B. sterben durchschnittlich nur an Lungenphtise und an- c ein Brustkrankheiten 10—12, bei der Civilbevölkerung derselben Altersclassen dagegen nur v^on 1000. Im Lauf des Jahres sind dort aber gegen 42®/o der Mannschaft ve- nensch und diese bilden fast aller Kranken im Spital. Ueberhaupt sind im Durch- schnitt bei unsern Truppen mindestens 2 — 3% immer venerisch, in Frankreich socrar 5 — 070. ° mörderischen Schusswaffen u. s. f. kommen auf 100 Mann etwa !! darunter 5 schwer Blessirte , und auf 6 Blessiite kommt meist l Todter; 1 5 3 0 /0 stehen aber meist beständig auf der Krankenliste. Kaum hat ein Krieg einio-e Monate gedauert, sind oft 20-407o der Mannschaft wegen Krankheit dienstuntüchUg, und nahezu ebenso viele sterben im Lauf des Jahres. Im Krimkrieg z. B. starben v?n 9i864 Britten 22200 = 237o, hievon durch Krankheiten 17600, durch Wunden nur 4600- starben zusammen etwa 95,000 = 30“/o, durch Wunden höchsten.s 20,000, durch Krankheiten 74,000 (Chenu u. A.). Im französischen Krieg 1870/71 aber betrug der Verlust der Deutschen bei etwa 888,000 Mann Etatssiärke gegen 41 000 odte _ 5 /0, darunter nur 12,263 durch Krankheiten in Folge besserer Sanitätsmass- regMn und relativ guten Gesundheitszustandes. Doch verloren einzelne Armeecorps 25 -o3 /o der Mannschaft, und von je 100 Köpfen fielen bei Generalen 11, bei Stabsoffi- cieren 26 bei llauptleuten und Leutenants 22-25, bei Unterofficieren und Gemeinen nur 14 (Engel, /eitschr. d. Berliner statist. Bureau 1873). ist aber kein Volk so barbarisch im Krieg wie die Christen, denn sie todten die meisten Menschen. fOI](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0866.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


