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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![ist aber udi so wichtiger je jünger die McUiiiscliaft, je weniger noch an btrapazeii, Entbehrnngeii gewöhnt. Hier besonders sind ül)er- niässige Anstrengungen bei Märschen, Manöuvern zu meiden, zumal in der heissen Jahreszeit, ebenso jeder zu anstrengende Wachtdienst, wobei die einmal unentbehrliche Kulie und Erliolung durch Schlaf A^erhindert würde Dem älteren, abgehärteten Soldaten kann man auch in dieser Hinsicht schon mehr-zumuthen. Leibesübungen aber, Gymnastik mit Schwimmen und Baden- im Breien werden den jungen Soldaten imi so früher und sicherer dazu tauglich machen. Auch soll derselbe all seine Bedürfnisse zumal im Beld selbst befriedigen leinen, Kochen z. B., Maschen wie Nähen u. s. f. Dabei muss die Nahrung stets mit dem Grad der Anstrengung in richtigem Verhält- niss stehen, so dass die Einnahmen mindestens die Ausgaben decken und auf möglichste Reinlichkeit, Waschungen, Hautpflege gehalten weiden. Dies ist zugleich das beste Mittel gegen Kräze, zum Theil selbst gegen Veuerie Um ferner der Einförmigkeit und Langeweile des Garnisoiis- lebens entgegenzuwirken, wodurch nur Verdrossenheit, Heimweh, hchweimuth und Hang zu Ausschweifungen gefördert Avürden, ist für ])assende Beschäftigung und Unterhaltung auch in freien Zeiten Sorge zu tiageu. Man lasse die Leute nicht blos Dinge treiben, wobei sie nichts mehr lernen, wofür sie sich nicht weiter interessiren können, denn dies würde ihnen ihren Beruf nur noch mehr eutleiden. Neben Leibesübungen, Unterricht in Diesem und Jenem mit Bibliotheken, Musik, Gesang, Spiel und Tanz eignet sich hier auch die Verwen- dung der Soldaten, besonders der Ausgedienten und Veteranen , In- validen zu öffentlichen Arbeiten wie Strassen-, Uferbauten, Dr.iiuage, Bewässerungen, Anbau uncultivirter Gegenden u. s. f. V^eil aber 1 ' iibermassigo Strapazen werden Trupj>en nicht abgehärtet sondern aufgerieben, und lausende sind schon diesem Irrthum als Opfer gefallen, auch im Frieden, bei Ma- nouvern. Nie dürften deshalb auch Waffen, Bcpackung zu schwer sein, am wenigsten auf Marschen ui der llize; besser Lässt mah z. die Tornister auf Wagen nachführen. Ungenügende Nahrung, ein Misverhältniss zwischen Kraft-, Stoffverbrauch und Er«az ist einmal die Ilauptursache von Krankheiten wie von Niederlagen. Trozdem reicht die- selbe selten aus und ein grosser Theil der Dienstzeit geht so ‘durch Krankheit verloren, wahrend zugleich umfassendere Beurlaubungen, wodurch viel genüzt und erspart würde, unmöglich werden. Ja besonders in Folge ungenügender Nahrung treten Soldaten nur zu häufig in einem schlechteren physischen Zustand aus der Armee aus als ein •' Bäder, auch warme scheinen besonders wichtig für Truppen in wannen und über- haupt fremdartigen Himmelsstrichen. Die Römer z. B. hatten auf all ihren Stationen J hermen, und trozten vielleicht zum Theil dadurch um so eher dem Clima Africi’s wie des Nordens. , . •* Man weiss, was einst die römischen T.egionen in dieser Hinsicht geleistet haben- die Strassen, Aquäducte, Thermen, Arena’s, Teiiii>el,' welche sie in der gair/.en damaligen AVelt erbauten, sind noch heute in ihren Trümmern der Gegenstand unserer Bewunderung. Auch die Cathedralen in Rouen, Caen u. a. wurden im Mittelalter durch entlassene Sol-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0872.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


