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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![dar zu verschatten. Aeussert doch selbst das Gift in Arsenikhüttei und Bleifabriken, in Kolileiigruben u, s. f. nicht entfernt denselbei verderblichen EinÜuss auf den Arbeiter als jenes andere Gift seinei ganzen so precären und oft kümmerlichen, selbst elenden Existenz, wodurch er zwar langsam aber sicher nach Körper und (4eist zer rüttet wird. So wenig als Räuchern und Desinficiren einer Stad samt Quarantänen und Cordons oder gar Busspredigten und Wall fahrten dieselbe je gegen Pest und Cholera zu schüzen vermochten sondern nur durchgreifendere Cultur, Sorge für bessere Nahrung Wohnung u. s. f., kurz eine gründliche Verbesserung der öffentlicher wie privaten Gesundheitsverhältnisse, ebensowenig wird der Arbeite der Proletarier durch jene Schuzmittel gewöhnlicher Art vor Krank heit und frühem Tod sicher genug zu bewahren sein. Auch hie müsste vielmehr das üebel an seiner Wurzel gefasst werden; will mau überhaupt helfen, so muss mau auch die Mittel wollen , uu diese liegen wie gesagt fast ganz in gewissen öffentlichen, allgemeine Massregeln und Verbesserungen. Um jedoch unserer Aufgabe zu ge nügen stellen wir im Folgenden diejenigen Massregeln kurz zusamme von deren Ausführung die Möglichkeit einer gründlicheren Verbesse rung jener Gesundheitsverhältnisse ganz besonders abhängen dürfte Ihrer ganzen Natur und Bedeutung nach beziehen sich aber die selben 1. Auf eine Sicherung der Gesundheit und des Lebens bei deil Arbeit selbst, auf Salubrität der Arbeitslocale, Regulirung der Arbeits zeit u. s. f. 2. Auf Verbesserung der Lebensverhältnisse dieser Classen über- haupt, möglichste Sicherstellung ihres Auskommens, ihrer leiblichei! wie geistig-sittlichen Wohlfahrt. Dieses Capitel der Hygieine, bringt uns nothgedrungeu mit Fragen unij Dingen in Berührung, deren sachgemässe Erörterung ebenso complicirt un schwierig ist als bedenklich nach gar vielen Seiten hin. Scheint doch Alle; was mit der grossen Frage der Armuth, des Proletariats und den Mitteln ihre, Abwehr zusammenhängt, nicht allein schon durch die Natur der Sache umgebe) von Schwierigkeiten jeder Art sondern auch durch Selbst.sucht, blinde SorgB losigkeit und Leidenschaft der Menschen hier wie dort noch unendlich meh: verwirrt und verbittert. Ebenso gewiss hängt aber von der Lösung diese Frage das Schicksal, die Ruhe unserer heutigen Gesellschaft ab, und indem di] Hygieine auch hier ihrem Standpunkt der nüchternen, unbefangenen Prüfun.| getreu bfeibt, mag es ihr vielleicht gelingen, ohne Anstoss selbst diesen kiz liebsten Theil ihrer Aufgabe zu lösen. Armuth ist ihr nicht blos Mangel ar Unentbehrlichen sondern auch die wichtigste Ursache von Krankheit und To- wie von der Entsittlichung und Roheit zahlreicher Volksclassen. Der ArbeiteijJT der Arme gilt ihr aber was jeder Andere. Deshalb hat sie nicht blos da loli Recht sondern auch die Pflicht, auf möglichste Erfüllung dessen zu dringen, wa ft»](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0898.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


