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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![der Nähe ungesunder Locale, z. B. voll Metallstaub, Bauch, Däni])len die Kost der Arbeiter gekocht, in den Arbeitslocalen und Fabriksälen selbst darf nicht gegessen, noch weniger geschlafen werden. 2. Um Arbeiter in Metallen wie Quecksilber, Blei, Arsenik, auch Stahl, hartem Gestein, Perlmutter u. s. f. gegen deren Staub und Splitter oder Dämpfe zu schüzen dienen Masken z. B. von Gaze, Oelpapier, vor Mund und Nase gebundene Badeschwämme, Tücher, Verstopfen derselben mit Baumwolle, Wolle, noch besser Respiratoren, unter Umständen für Luft und Staub undurchdringliche Kleidungsstücke, z. B. der Paulin’sche Apparat; zum Schuz der Augen Brillen u. dgl. \ Doch sind obige Vorrichtungen meist unbequem und erschweren oft die Arbeit, ohne viel Positives zu nüzen, weshalb denn auch die Ar- beiter selbst im Ganzen wenig Gebrauch davon machen, ausgenommen von den einfachsten. In noch höherem Grade gilt dies von Arznei- stoffen u. drgl., welche da und dort als Schuzmittel empfohlen wur- den, wie z. B. Schwefelsäure-Limonade, Bier mit Schwefelsäure und Soda, auch Schwefel-Alk allen innerlich und äusserlich (Mialhe), Eisen- vitriol-Syrup mit Branntwein (Gros) bei Bleiarbeitern. Ungleich uüz- licher ist gewöhnlich möglichstes Hindern des Verstäubeus der Roh- stoffe z. B. durch Nezen derselben wie des Bodens, Bedecken des lezteren mit nassen Sägespähnen, Bearbeiten der Perlmutter, harter Steine u. drgl. unter Wasser (sog. Nass-Arbeiten), möglichstes Hin- dern der Verflüchtigung von Quecksilber in Spiegelfabriken u. drgl., Beinhalten aller mit Menschen in Berührung kommenden Gegenstände, auf welchen sich Quecksilber absezen konnte, besonders auch der Kleider, vor Allem aber rasches Wegführen von Staub, Dämpfen u. s. f. durch eine wirksame Ventilation, z. B. durch Zugröhren, Luftcanäle Auch sollte hier besonders die Arbeitszeit möglichst beschränkt oder der Arbeiter z. B. bei Flammöfen u. drgl. nur einmal des Tags ver- * In Spinnereien Manchester’s u. a. haben die Arbeiter, zumal bei Stampfmaschinen (sog. devils) nasse Baumwollenklümpchen im Mund. Auch schon Bärte, zumal Schnurr- * harte schüzen einigermassen gegen Staub. Zum Schuz der Augen tragen z. B. Stahl- polirer, Schleifer in Sheffield u. a. Brillen aus glattem Flintglas , bei uns oft aus Glim- mer (Cohn) oder Drahtgeflechte; sog. Staubbrillen aber, d. h. einfache Augengläser umgeben von einem feinen Drahtgeflecht construirt jezt Mittelstrass für landwirthschaftliche Arbeiter, z. B. bei Dreschmaschinen, bei Ausklofpen von Decken u. s. f. Beim Paulin’schen Apparat für Bleiarbeiter, Cloakenreiniger u. drgl. ist der ganze Körper von oben bis unten in ein Gewand aus Wachsleinwand gehüllt; vor dem Gesicht eine Glasmaske, fest verbunden z. B. mit einer ledernen Blouse, Schlauch u. s. f. Aehn- lich ist der Pastor’sche Apparat für Schleifer u. a. Brizc-Fradin’s Aspirationstubus gleicht einer umgekehrten Tabakspfeife, deren nach unten gekehrter Kopf mit feuchter Baum- wolle gefüllt ist, befestigt an die Brust. In den Schleifereien und Nadelfabriken England’s, Shcffield’s u. a. benüzt man die mechanische Ventilation; der vordere Theil der Schleifmühle ist z. B. in die Mündung einer mit dem Ventilator communicirenden Röhre eingefügt, durch welche der Staub an- gesogen wird und vor deren Mündung der Arbeiter steht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0905.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


