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Credit: Handbuch der hygieine, der privaten und Offentlichen / von Fr. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![])rik-Inspectoren, uni überall zu prüfen, ob und wie weit auch jene Geseze be- folgt werden. Wenn und wo einmal aber mehr Industrie besteht, ist über- haupt eine eigene gewerbliche Gesundheis-Polizei unerlässlich, zumal für schäd- liche Gewerbe, und deshalb weiterhin ein sachverständiges, geübtes Personal. Dieser Behörde müssten auch alle wichtigeren Veränderungen im Geschäfts- betrieb, in Fabrikationsmethoden, Werkstätten u. s. f. angezeigt und wo ge- wöhnliche Mittel nicht ausreichen mit Strafen nachgeholfen werden. Anderseits ist jede Fabrication im Grossen ein sehr complicirtes Ensemble, wo Alles inein- ander greift und an welches man nur mit Sachkenntniss und grosser Umsicht, überhaupt nicht zu viel rühren darf, wenn es nicht mehr oder weniger leiden, selbst stocken soll. Auch hier dürften deshalb Polizei, Behörden nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel eingreifen; würden durch ersteres Gesundheit und Wohl der Arbeiter oft mehr als billig gefährdet, würde durch lezteres ebenso gewiss die freie Bewegung der Industrie mehrfach gehemmt, oft entmuthigt b Statt überhaupt nur durch gesezlichen Zwang, durch Verbieten schädlicher Proce- duren, ungesunder Locale u. s. f. direct einzuwirken, einzelne besondere Fälle ausgenommen (z. B. hinsichtlich Wasser-, Feuergefahr, Explosionen, Staub, Schwungrädern, Baugerüsten u. drgl.j, dürften Belehrung, Warnung auch hier oft Besseres leisten, z. B. durch öffentliche Vorträge, fliegende Blätter, weit ver- breitete Zeitungen u. s. f. §. 18. Um die Gesundheit dieser Classen nach Körjoer wie Geist und Sitte einigerinassen sicherzustelleu oder nach Kräften zu fordern genügen die bisher angeführten Massregeln nicht im* Geringsten. Werden doch dadurch nicht die wichtigsten uiid massgebenden Uebel- stände sondern auch im besten Fall nur Schädlichkeiten, Gefahren von relativ untergeordneter Bedeutung ferngehalten. Eine nur theil- weise oder partielle Hülfe ist hier aber wie überall in der Welt keine wirkliche Hülfe, mag sie die physisch-materielle oder geistig-sittliche Verbesserung jener Classen betreffen. Diese müssten vielmehr wirk- lich eine .sog. Culturexisteuz erhalten, d. h. ein besseres, menschliche- res Leben, einen grösseren und sichereren Erwerb bei mässiger, min- destens nicht aufreibender Arbeit. Eine gesündere Luft, ein helleres Licht müsste deren leidenden Körper durchziehen, nur dann könnten sie zu einem gesunden und frischen Leben erwachen; wo nicht, nicht. All dies ist aber nur möglich unter zwei Hauptbedinguugen; grössere öffentliche Prosperität und Freiheit, grösserer und allgemeinerer Wohl- stand. Man dar! nicht hohen, das Uebel auch nur annähernd an der Wurzel zu fassen, ausser es geschieht noch folgenden Forderungen f ienüge: 7. Alle Lebeirsverhältnisse die.ser Classen, Nahrung, Wohnung i fB aä n ik m w in ia m io I [iri ‘ So werden jezt oft in Folge der neueren Geseze junge Leute, welche sonst nach ihrer Entlassung aus der Schule bei leichter Arbeit in Fabriken durch Seideabwinden, Zwirnen, Haspeln, Puzen u. s. f. ihr Brod verdienen und dabei gedeihen konnten, von Fabrikherrn einfach entlassen, um vielleicht anderswo oder zu Haus ungleich schwerer arbeiten und darben zu müssen. *n bal](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907298_0910.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


