Enneadische Studien, Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen : mit besonderer Berücksichtigungen des ält. Epos, der Philosophen und Ärzte / von W.H. Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1907
Licence: In copyright
Credit: Enneadische Studien, Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen : mit besonderer Berücksichtigungen des ält. Epos, der Philosophen und Ärzte / von W.H. Roscher. Source: Wellcome Collection.
44/186 page 40
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![II. Die Enneaden der Orphiker. Bei der vielfachen und anerkannten Beeinflussung der orphischen Lehren einerseits durch die hesiodischen Lehrgedichte61), anderseits durch die Kulte des Dionysos und Apollon, in denen nicht bloß die Sieben-, sondern auch die Neun zahl eine ziemliche Bedeutung erlangt hatte (s. Abh. II S. 5 4 f. 5 7 f.), ist es leicht begreiflich, daß in den orphischen Gedichten und Überlieferungen neben den Hebdo- maden auch die Enneaden eine gewisse Rolle gespielt haben. Wir haben hier, unserem prinzipiellen Standpunkt entsprechend, zunächst auf die nach unserer Ansicht ältesten und ursprüng- lichsten aller Enneaden, nämlich die enneadischen Fristen, die uns bei den Orphikern entgegentreten, einen kritischen Blick zu werfen. Bereits im vorigen Abschnitte ist vorübergehend der Tat- sache gedacht worden, daß nach orphischen Überlieferungen der Stifter der orphischen Sekte, also Orpheus selbst, ebenso wie die erythräische Sibylle62) und der apollinische Prophet Teiresias63) eine Lebensdauer von 9 yevecd erreicht haben sollte.64) Im 61) S. Rohde, Psyche2 II S. 113. 118 A. 4. 119 A. 2. 121 A. 132 A. 1 a. E. Die Frage der Abhängigkeit der Orphiker von Hesiod bedarf wohl einer ein- gehenden Erörterung. 62) Vgl. Phlegon n. fxaxQoß. VI = F. H. G. III S. 61 ob, wo sicher ivvia (nicht dexa) ytvEccg zu schreiben ist nach Abh. III S. 203. 63) Tzetz. z. Lyk. 682: cpaolv avxov [Teiresias] inxa ysvEag ^fjßcu, alXoi Je ivvia. 64) Suid. s. v. 'OgtcpEvg . . . ßiwvai ö'e yEVEug ivvia, ol St tu' cpuaiv. Vgl. dazu Abh. II S. 54 A. 125. Die Angabe von 1 1 yivEai (— ia') ist, wenn richtig, nicht leicht zu deuten. Vielleicht beruht sie auf einer verschiedenen Auffassung von ysvsa (s. d. folg. Anm. 65). Jedenfalls mache ich darauf aufmerksam, daß in 3 Fällen bedeutungsvolle Zahlen herauskommen: wenn man nämlich die ysvscc zu 20 oder zu 30 oder zu 40 Jahren rechnet. Im ersten Falle ergeben sich 220, im zweiten 330, im dritten 440 Jahre, das sind entweder 2 oder 3 oder](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24880875_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)