Enneadische Studien, Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen : mit besonderer Berücksichtigungen des ält. Epos, der Philosophen und Ärzte / von W.H. Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1907
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Credit: Enneadische Studien, Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen : mit besonderer Berücksichtigungen des ält. Epos, der Philosophen und Ärzte / von W.H. Roscher. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![erwünschte Auskunft gibt, die Zahl der Jahre der orphischen Weltperiode vorläufig unbestimmt bleiben, doch ist zweierlei sicher, nämlich: i) daß es sich um eine Zahl handelt, die größer ist als die unmittelbar vorhergenannte von 10884 Jahren, und 2) daß sie auch größer sein muß als die in dem oben behandelten, wie es scheint auch von den Orphikern anerkannten Hesiodeum, nach dem die Lebensdauer eines cfoivii, nicht weniger als 38880, die Lebensdauer einer vv^cpr] das Zehnfache dieser Zahl betrug. Bei dem enneadischen Charakter dieser Zahl und der Abhängigkeit der Orphiker von den Lehren Hesiods ist es aber durchaus denkbar, daß auch das Weltjahr der Orphiker auf der Enneaden- theorie beruhte.70) Eine gewisse Bestätigung dieser Annahmen läßt sich übrigens auch der Tatsache entnehmen, daß die orphische und die hesio- dische Lehre auch hinsichtlich der Dauer der Bestrafung meineidiger Götter auffallend übereinstimmten. Vergl. Serv. z. Verg. A. 6, 565 = Abel, Orphica fr. 157: „Fertur namque ab Orpheo quod dii peierantes per Stygem paludem novem anno rum spatio puniuntur in Tartaro“. Das erinnert deutlich an die oben (S. 23) besprochene Stelle der hesiodischen Theogonie, nach der ein Meineid der Götter zunächst durch eine schwere 9 volle Jahre dauernde Krankheit und sodann durch eine ebenso lange währende Verbannung aus dem Olymp bestraft wird, die erst im 10. Jahre (dexärco frei) zu Ende geht. Es bedarf keiner weiteren Erörterung, wie nahe sich diese 9 jährige Bestrafung meineidiger Götter bei Hesiod und Orpheus mit jenem ebenfalls 9 Jahre in Anspruch nehmenden Sühnever- fahren (Selbstverbannung) gegenüber Göttern und Menschen berührt, von dem bereits im vorigen Abschnitte, sowie in Abh. I S. 24 ff. die Rede gewesen ist. In allen diesen Fällen handelt es sich übrigens nicht, wie noch E. Rohde, Psyche2 II S. 211 A. 2 annimmt, um die spätere historische Ennaeteris von 99 Monaten, d. h. 8 Jahren (Oktaeteris!) und 3 Schaltmonaten, sondern vielmehr, wie ich bereits in Abh. I S. 73 nachzuweisen versucht habe, um die echte 70) Eine hebdomadische Parallele zu diesem vermuteten enneadischen orphisch- hesiodischen Weltjahre würde bilden das oben Anm. 69 a. A. erwähnte Welt- jahr von 7777 Sonnenjahren; s. Abh. III S. 169. 209 u. ö.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24880875_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)