Enneadische Studien, Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen : mit besonderer Berücksichtigungen des ält. Epos, der Philosophen und Ärzte / von W.H. Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1907
Licence: In copyright
Credit: Enneadische Studien, Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen : mit besonderer Berücksichtigungen des ält. Epos, der Philosophen und Ärzte / von W.H. Roscher. Source: Wellcome Collection.
73/186 page 69
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![dem semitischen Orient, der von jeher einen förmlichen Kult der Siebenzahl getrieben hatte. Ich erinnere nicht bloß an die 7 Pla- neten, sondern auch an die 7 tägige fortrollende Woche der Astro- logen und Juden, sowie an die 7 tägigen Fristen der Perser, Phö- nizier, Syrer usw., welche die Griechen an der Küste Kleinasiens, der Wiege der altgriechischen Medizin, schon in sehr früher Zeit kennen gelernt haben müssen. Dem enneadischen Prinzip fehlt es dagegen in historischer Zeit durchaus an einem solchen Zufluß, der im Stande gewesen wäre, seine bereits erlöschenden Kräfte neu zu beleben. e) Für das enneadische Prinzip konnte man sich später eigent- lich nur auf die in Sachen der Wissenschaft und des praktischen Lebens bereits veraltete Autorität der homerischen und hesiodi- schen Gedichte berufen, während die Hebdomadenlehre durch viel modernere und wissenschaftlichere Autoritäten, wie S0I011, den Verfasser der pseudo-hippokratischen Schrift x. eßdouddav, Pytha- goras und seine Schüler (Proros, Philolaos), 'Hippokrates’ usw. ge- stützt wurde. C. Die Lelire von den Neunmonatskindern (ewedfujvoi). In diesem Zusammenhang müssen wir endlich auch der bereits oben (S. 19) flüchtig gestreiften Lehre von der Lebensfähigkeit der Neunmonatskinder gedenken, die ganz entschieden von jeher auf die Enneadentheorie der griechischen Arzte einen gewissen Einfluß geübt hat. Sie hängt offenbar auf das engste mit der Frage nach der Lebensfähigkeit der ejtTd^irjvoi, öxrd^i'rjvoi und dt^ttg/yro«104) zusammen, die wir natürlich hier mit zu berücksichtigen haben. Die Anschauung, daß nur die Sieben-, Neun- und Zehnmonats- 104) Hie und da werden auch Evdexd^qvoi angenommen; vgl. Ps.-Hippokr. tc. oxxafi. i p. 458 Kühn: oi de öexd[X7]voL rav xoxcov xul ivd exdfiqvoi, ix zd>v etcxd xeGGuqukovxuÖcov xov avxov xqotcov yivovxca . . , ib. p. 559 K: coGxs nolläxig öoxelv indafißävELV xov ivÖExäxov fi'tivbg xdg oyöorjxovxa xal diuxoGLug' xovxo ydg eGXiv inxd xEGGaqaxovxccÖEg. Aristot. h. a. 7» 4> 4: ixtxufiqva xcti oxxdfirjva xal ivved[ir]va yivEXca xai ÖEX.cqiqva xb txXelGxov, evlul 6 imkafitßdvovöL xal xov ev- öekccxov [irjvog. Aristot. fr. n. oxxcqi. p. 190b ed. Didot (= Oribas. HI p. 63 Dar.): nai yccQ Ev§Exöqir\vov öoxel yEvväG&cci xal ÖExdiirjvov. Varro b. Gell. N.A. 3, 16, 6 u. 13 ff. Ob man auch dwdExä^qvoL angenommen hat, bängt von der leider arg verderbten Stelle des Timaios b. Aet. 5, 18, 2 (= Doxogr. p. 428) ab (vgl. Galen XIX p. 334 u. Gell. N. A. 3, 16, 130'. u. 23).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24880875_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)