Ueber die Deckung grosser Hautdefekte Mittels der Thierschschen Transplantationsmethode.
- Knauer, Georg.
- Date:
- 1889
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber die Deckung grosser Hautdefekte Mittels der Thierschschen Transplantationsmethode. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
10/48 (page 6)
![So uird aus dem Jahre 1822 aus Marburg über eiue erfolg- reiche Tiansphmtatiou aus der 8chenkelhaut berichtet, docii scheinen im allgemeinen die damaligen Versuche wenig ge- gliukt zu sein, denn auch Dieffenbach , welcher viele Trans- ])lantationsversuche anstellte, hatte wenige Erfolge. In Eng- land begnügte man sich mit Tierexperimenten, ohne sich durch die oft überraschenden Erfolge verleiten zu lassen, dieselben Experimente auch auf den Menschen anzuwenden. Man zweifelte einfach an der Möglichkeit des Gelingens, und so mussten natürlich die Tierexperimente sehr bald an In- teresse verlieren. Bis zum Jahre 1869 hörte man nichts wieder von Trans- plantationen, als plötzlich Ende jenes Jahres der französische Arzt Revei'din eine Reihe von interessanten Beobachtungen veröffeuilichte, welche er im Hospital Necker in Paris ge- macht hatte. Auf die Reverdin'sche Transplantationsme- thode muss ich schon aus dem Grunde etwas näher ein- gehen, weil sie der direkte Vorläufer der Thiersch'schen Methode ist, resp. weil letztere eigentlich nur als eine aller- dings sehr glückliche und die Nachteile der erstercn gänz- lich vermeidende Modifikation derselben zu betrachten ist. Bei der Beobachtung von Brandwanden, bei denen die Zer- störung der Haut wohl selten eine gleichmässige ist, hatte Reverdin bemerkt, dass die Epithelneubildung nicht nur von den Wundrändern ausging, sondern auch von einzelnen Teilen innerhalb der Wundfläche, an denen das Stratum Mal- pighii erhalten geblieben war, das heisst also, dass eigent- lich von dem Stratum Malpighii aus eine Epithelneubildung stattfinde. y.Y befindet sich hier in Uebereinstinnnung mit Bill- roth, welcher in seinen Vorträgen übei allgemeine chirurgische Pathologie und Therapie sagt: „Die Ei)ithelbildung, durch welche die Ueberhäutung der Granulationsfiäche bewirkt wird, begiimt an den Wundrändern, ausgehend von dem daselbst freiliegenden Stratum Malpighii. Die epithelbildende Matrix](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21216241_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)